3 kuriose Dinge, die Dir beim Aussitzen helfen

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Letztens kontrollierte mein Tierarzt ein Pferd in unserer Reithalle. Sein Blick fiel auf die Bande und eine Franklin-Rolle, die da lag. „Was ist denn das?“ fragte er. Es war die wassergefüllte Gummirolle, diese längliche. „Das packst Du Dir zwischen Sattel und Hintern, um besser zu sitzen“, sagte ich. Er fragte: „In welcher Richtung?“ Der Tierarzt ist Reiter, muss man dazu sagen. Dennoch war die Situation etwas befremdlich, es gibt ja nun auch andere Werkzeuge, die ähnlich aussehen, wie Franklinrollen. „Quer, so dass Du mit beiden Sitzbeinhöckern drauf sitzt.“ „Und was soll das bringen?“ „Du nimmst die für wenige Minuten mit in den Sattel und danach fühlt es sich an, als ob Du tiefer im Pferd und im Sattel sitzt. Ist super, probier’ mal aus, kannst Du gern ausleihen.“ Nee, wollte er dann doch nicht. Die Rolle blieb ihm suspekt.

Sitzschulung für Mutige

Bei der Situation fiel mir auf, was für seltsame Dinge wir Reiter alle anstellen, um besser zu sitzen. Wenn selbst ein Reiter stutzt, was wir uns unter den Hintern (oder unter die Oberarme, die Bälle dafür lagen auf der anderen Bande) schieben, um uns zu verbessern, dann scheint es ja doch recht ungewöhnlich zu sein. Dabei ist das mit den Franklinrollen ja nun wirklich noch harmlos!

Kuriose Methoden, die funktionieren

Mein liebstes Beispiel für Kurioses, das aber erstaunlich gut funktioniert, sind die Geräusche bei der Sitzschulung nach dem Mary-Wanless-System: Manchmal husten und grunzen wir in den Stunden. Und das ist kein spiritueller Quatsch, sondern hilft, spezielle Muskeln im Körper selbst zu fühlen, dadurch zu finden und später auch ohne Geräusche für sich zu nutzen.

Finde die Muskeln, die Du zum Aussitzen brauchst

Die Mary-Wanless-Methode aus England zielt darauf ab, Dinge, die super talentierte Reiter mit ihrem Körper unbewusst machen, für den normalen Reiter nutzbar zu machen. Also Muskeln gezielt anzusteuern. So lernt man Muskeln, die einem eigentlich wenig bewusst sind, bewusst einzusetzen. Und dadurch verbessert man als Reiter seine Stabilität und Balance auf dem Pferd. Es gibt diverse Ansätze darin, die richtigen Muskeln zu finden, nicht nur die Geräusche. Aber das mit den Geräuschen ist einfach zu erklären und zu üben, probiert es mal selbst aus.

Aus England: Das Mary-Wanless-System

Ich habe diese Sachen bei Elaine Butler gelernt, die wir zwei Mal im Jahr für Sitzschulungskurse einladen. Die Engländerin unterrichtet nach dem System vom Einsteiger bis zum Kaderreiter (hier findet ihr wehorse-Lehrfilme mit Elaine Butler). "Ride with your mind" ist der Wahlspruch der Methode. In unserem letzten Kurs hatten wir eine Pferdewirtschaftsmeisterin als Reiterin dabei. Sie war so begeistert, dass sie nun selbst eine Trainerausbildung nach dem Wanless-System bei Elaine Bulter macht. Scheint also nicht nur was für die völlig Alternativen zu sein, die Methode! Auch wenn das mit den Geräuschen eine Portion Mut benötigt, um das mal auszuprobieren.

Geräusche, die Deine Muskeln aktivieren

Der Sinn dahinter: Durch die Geräusche aktivierst Du innere Muskelstränge, die Dir helfen, zu mehr Stabilität im Sitz zu kommen. Und die hilft all jenen beim Aussitzen, die dazu neigen, zu viel Bewegung im Oberkörper zu haben. Keine Sorge, man soll dann nicht ständig husten oder grunzen oder so. Die Geräusche dienen nur dazu, dass Du die Muskeln wahrnimmst. Hast Du die Muskeln gefunden, kannst Du sie bald auch ohne Geräusch dazu ansteuern. Hier sind drei wichtige:
  1. Um die Muskulatur im unteren Rücken zu finden, hilft es, „QUAAAK!“ zu sagen.
  2. Um die Muskulatur noch darunter zu finden, hilft es, „PSSSST!“ zu sagen.
  3. Um die Muskulatur rund um Becken und Bauchraum anzusprechen und zu aktivieren, hilft Räuspern.
Klingt doch einfach, oder? Nun würde ich etwas darum geben, Euch beim Ausprobieren zu sehen. Oder die verstörten Blicke an der Bande zu beobachten, während ihr todesmutig ausprobiert, was passiert. Wer wissen will, was diese Wanless Methode außer seltsamer Geräusche bereit hält, und warum das einiges vom Reiter abverlangt, der liest hier auf dem a life with horses - Blog weiter.
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