Buch: Kinderreitunterricht kreativ und vielseitig gestalten

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Kinder lernen anders als Erwachsene und Jugendliche. Dieses Buch erkärt, ab  welcher Altersstufe was möglich ist und woran es im gängigen Reitunterricht häufig noch mangelt.

Wenn man dieses Buch auf einen Satz bringen wollte, dann wäre es dieser: Kinder lernen anders. 

Das neue Buch „Kinderreitunterricht kreativ und vielseitig gestalten“ aus dem fn Verlag gibt Ausbildern ganz viel Hintergrundwissen an die Hand. Es erklärt zum Beispiel, welche Informationen Kinder in welchem Alter aufnehmen können. Welche Lernmethoden daher Sinn machen, und welche nicht. Es ist ein pädagogisches geprägtes Buch, das in diesem Wissen auch deutlich in die Tiefe geht.

Der lerntheoretische Teil des Buches nimmt sehr viel Platz ein. Genau wird erklärt, wie die geistige und motorische Entwicklung des Kindes voranschreitet und was in welchem Alter möglich ist

Buch-Kinderreichtunterricht
Reitübungen-für-Kinder

Motorisch unterscheiden sich die Fähigkeiten von vierjährigen Kindern zum Beispiel deutlich von sechsjährigen. Sie balancieren nur kurz, zum Beispiel drei bis vier Sekunden auf einem Bein mit geöffneten Augen. Sie können vier bis fünf Meter weit werfen. Sechsjährige hingegen können schon weit gezielter werfen, und das in korrekter Schrittstellung. Diese Beispiele haben nicht direkt etwas mit dem Reiten zu tun, doch sie zeigen, dass die motorischen Fähigkeiten je nach Kindesalter sehr unterschiedlich sind und daher viel Beachtung erhalten müssen, um nicht zu überfordern und schließlich zu frustrieren. 

Denn Reiten erfordert sehr viele Fähigkeiten auf einmal: Koordinieren, Orientieren, Umstellen, Koppeln von Fähigkeiten, zudem auch Kraft und Kondition. Immer wieder wird auch gezeigt, dass Spiele ohne Pferd in der Reithalle wichtig sind. Zum Beispiel das Schubkarre-fahren, bei dem ein Kind die Schubkarre mimt und an beiden Beinen angehoben wird – das kräftigt nämlich die Rumpfmuskulatur.

Koordinations-Übungen-Kinderreiten

Explizit nennt das Buch auch Fehler im gängigen Lernsystem, die häufig vorkommen. Wie zum Beispiel schon sehr kleine Kinder an der Longe mit Sattel reiten zu lassen, und ihnen so das Leichttraben nahe bringen zu wollen. Oder Wartezeiten entstehen zu lassen, in denen manche Kinder während einer Reitstunde einfach nur zuschauen sollen. Hier wird zum Beispiel angeregt, für nichtreitende Kinder Spiele anzubieten, die beschäftigen und auch schon aufs Reiten vorbereiten, zum Beispiel die Koordination oder Körperwahrnehmung verbessern. 

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Das Buch zeigt auf, was es außer verbalen Erklärungen noch für Möglickeiten gibt, Inhalte zu vermitteln. Das Leichttraben kann zum Beispiel durch optische, akustische, taktile und kinästhetische Hilfen gelehrt werden: Für die optische Hilfe werden die Vorderbeine des Pferdes in unterschiedlichen Farben bandagiert. Das Kind kann sich beim Aufstehen daran orientieren, welche Farbe gerade von oben zu sehen ist. Taktil kann dies unterstützt werden, indem das Kind einen Ball in der Hand hält, und bei jedem Aufstehen in den Steigbügeln einen Ball von einer Hand in die andere gibt.

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Der Praxisteil ist schön übersichtlich gegliedert, so dass Ausbilder mit wenigen Handgriffen gute Übungsanleitungen für ihre Stunden finden können. Stets ist aufgelistets, welche Schwerpunkte die Übung setzt, was sie also fördert, und welches Material man benötigt.

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Pferdefütterung

>> Ideal für Ausbilder im Kinderreitsport und pädagogisch interessierte Trainer. Das Buch "Kinderreitunterricht kreativ und vielseitig gestalten" ist im fn-Verlag erschienen, es kostet 28,90 Euro.