Das Pferd in positiver Spannung

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Es gibt Bücher, die sind besonders.

Ihnen merkt man an, dass da jahrelang gefeilt wurde.

Dass hier jemand Spezialist in seinem Gebiet ist.

Genau diese Aussagen treffen auf „Das Pferd in positiver Spannung“ von Stefan Stammer zu. Dass dieses Buch eine absolute Leseempfehlung von uns bekommt, das liegt zudem noch daran, dass das Buch eine Lücke schließt. Es erklärt die biomechanischen Zusammenhänge des Reitens hervorragend und nimmt sich zwei viel diskutierter Themen in der letzten Zeit an: 

-       Trageerschöpfung

-       Leichtigkeit im Reiten

Stefan Stammer erklärt, warum lockeres Reiten nichts mit Schlaffheit im Körper zu tun hat und erläutert, welche Körperspannung in welchen Regionen des Pferdekörpers notwendig ist, um die Reiterlast zu tragen.

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Einblicke-ins-Buch

Der Autor selbst ist Pferde-Osteopath und Physiotherapeut. Er hat sich für das Buch reiterliche Unterstützung von Pferdewirtschaftsmeisterin Felicitas von Neumann-Cosel und Fachbuch-Autorin Isabelle von Neumann-Cosel als Lektorin. Das Buch hat einen bestimmten Ton, und den erahnt, wer zum Beispiel diesen Satz im ersten Kapitel des Buches liest:

„Sie werden am Ende der Lektüre dieses Buches wahrscheinlich nicht sofort besser reiten.“

Stattdessen verspricht Stammer, dass er neue Bilder der Bewegung des Pferdes vermitteln möchte. Die so einleuchtend sind, dass kein Reiter mehr aus Unwissen auf gebogenen Linien am inneren Zügel ziehen wird.

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Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund – er erklärt zum Beispiel, dass Pauschalurteile oft falsch sind. Ein Beispiel: derselbe Lederriemem kann für ihn Hilfszügel oder aber Zwangzügel, je nach Verwendung, sein. Zutreffend auch dieses Stammer-Zitat:

Wer die Reitkunst zu sehr vereinfacht, nur um sie einer breiten Spaßgesellschaft

zugänglich zu machen, vergeht sich an der Kreatur Pferd.

Er erklärt, wie manch typische Begriffe der Reitersprache,  wie beispielsweise „den Hals fallen lassen“ oft falsch verstanden werden und erklärt, was tatsächlich gemeint ist. Zentral in seinem Buch ist das Verständnis der Kraftübertragung im Pferdekörper. Er unterscheidet zwischen dem vorderen Bewegungszentrum (Schultergürtel-Brustkorb-Muskeln der Oberlinie), das aktiv getragen werden soll, genauso wie das hintere Bewegungszentrum (Lende-Becken-Hinterbeine).

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falsche-Reiterhaltung-korrigieren

Besonders stolz ist Stefan Stammer darauf, dass die Abbildungen Pferd und Reiter nicht nur seitlich zeigen, sondern auch im Querschnitt von vorn. Das ist eine Ansicht, die selten zu sehen ist und manche Zusammenhänge erst begreifbar macht. So wird zum Beispiel das Anheben des Brustkorbs zwischen den Schulterblättern sichtbar, und auch der Trapezmuskel, der sich von vorn gesehen wie ein Regenschirm über Schultern und Brustkorb auffächert, ist so in seiner Funktion gut erkennbar.  

Stefan Stammer hat hier ein Buch geschaffen, das der Bezeichnung Lehrbuch mehr als gerecht wird.

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Der Titel „Das Pferd in positiver Spannung" ist im fn-Verlag erschienen und kostet 27,90 Euro.