Die Pferde dieser Welt

Pferderassen-im-Portrait

Dieser Beitrag beinhaltet Werbung.  

Es ist ein richtiger Wälzer, dieses Buch: 256 Seiten dickes Papier, drei Finger hoch ist der Band. Dieses Lexikon hat das Zeug, ein Standardwerk in modernem Guß zu werden. "Pferderassen – Herkunft & Eignung, Temperament & Wesen" ist ein Pferdelexikon. Erschienen ist es im Kosmos-Verlag, geschrieben hat es Sibylle Luise Binder, die Fotografien sind von Christiane Slawik. 

Zugegeben: Beim Titel "Pferderassen" mag manchem nur eng bedrucktes Papier mit einem kleinen Bildchen pro Rasse vorschweben. Doch dieses Buch zeigt, wie ansprechend so ein Lexikon der Rassen gemacht werden kann. Das erreicht das Buch durch drei Säulen: der sehr klugen Aufteilung im Buch, dem Schreibstil der Autorin, dem man als Leser gern weiter folgt, und an den vielen Bildern im Buch. 

In einzelnen Portraits werden die Vollblut-Rassen, Barockpferde, Amerikanische Rassen, Gangpferde, Kaltblüter, Ponys und wild lebende Pferde vorgestellt. Klug die Aufteilung für zum Beispiel die europäischen Sportpferde: hier wird geographisch  gegliedert, so werden die skandinavischen Warmblutzuchten genauso vorgestellt wie die eher unbekannteren osteuropäischen Warmblutrassen. 

Herausstechend sind ein paar Spezialthemen, die sich zwischen den Rassebeschreibungen finden: da gibt es Hengstportraits zum Beispiel zu Heraldik xx oder Rubinstein. Spannend auch der ungewöhnliche Blick auf die Lippizaner: Sie werden als ideales barockes Pferd beschrieben, das aber günstiger zu haben sei als spanische oder portugiesische Rassen. 

elegante-Pferderassen

Wie aktuell das Lexikon ist, zeigen kleine Verweise wie zum Beispiel Ergebnisse aus der Genforschung, die Relevanz für die Einordnung der Wildpferderassen haben. Bei manchen Rassen wird ganz genau und spannend erzählt, wie sie zustande kamen. So ist zum Beispiel von 249 Folie, dem Stammvater der Haflinger, zu lesen. Im Jahr 1874 entstand dieser aus einer Anpaarung eines Araberhengstes mit einer Stute aus dem Sarntal. 

Amerikanische-Pferderassen
Pferderassen-werden-vorgestellt

Schön auch die überall eingestreuten kleinen Anekdoten und Kästen. Hier werden zum Teil wirkliche Spezialthemen kurz aber prägnant und verständlich angesprochen. Ein Beispiel: Der Unterschied innerhalb der Lusitano-Zuchten in Portugal. Erklärt wird, dass der gewöhnliche Lusitano ein Arbeitspferd für Stierkampf und Hütearbeit ist. Der Altér Real hingegen ist im Hinblick auf imposante Gänge gezüchtet, da er als repräsentatives Dressurpferd dienen soll.  

Für wen?

Ein Lexikon, das als Einstiegslektüre hervorragend geeignet ist. Es schafft durch seine Stil- und Sprachsicherheit den Balanceakt, dass man es ebenso für Jugendliche oder Kinder wie auch für Erwachsene empfehlen kann.  

Pferde-Herde

Der Titel „Pferderassen" ist im Kosmos-Verlag erschienen und kostet 29,99 Euro.