Buch: DressurReiten ohne Druck und Zwang

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"DressurReiten ohne Druck und Zwang" ist kein herkömmliches Lehrbuch. Es hat Lexikoncharakter und ist alphabetisch geordnet. Es werden ganz grundsätzliche Begriffe wie „Sattel“ genau erklärt wie Lektionen wie „Renvers“. Besonders wird dieses Büchlein durch die Hingabe zum Reitsport und zu den Pferden, die selbst in diesem so sachlich aufgebautem Buch stets zu spüren ist. 

Der Autor Walter Zettl bezieht neben den neutralen Beschreibungen auch Stellung, und notiert auf unaufdringliche Art und Weise seine Meinung, zum Beispiel dazu, welche Ausbildungsansätze er für korrekt hält oder nicht. Beispiel: Der Begriff Rollkur wird erklärt, der Autor bezieht dabei Stellung und erklärt, dass er der Ansicht ist, dass diese Trainingsmethode schmerzhaft für das Pferd ist.  Auch der Begriff „Fliegenschutz“ wird zum Beispiel sofort eingeordnet, der Autor schreibt, dass Fliegenschutz Tierschutz sei, an dem der Reiter nicht sparen sollte. 

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So wird erklärt, was Stellung ist: Im Bild links...
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Stellung nach links, im Foto rechts gerade gestellt.

Das Anliegen, Wissen zu vermitteln aber auch die Einstellung zum Pferd zu betonen, ist herauszulesen. „Dressur soll für mich Kunst sein, bei der Gewalt und Unterwerfung dieser edlen Tiere keine Berechtigung haben!“ sagt Walter Zettl, Ausbilder und Autor dieses Buchs. Seit mehr als 30 Jahren lebt er in Kanada und war zum Beispiel hier auch als Dressurtainer der kanadischen Vielseitigkeitsmannschaft tätig.

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Auffällig und ein absoluter Pluspunkt sind die zahlreichen Fotos und Illustrationen im Buch. Sie erklären viele Details, und sind besonders, wenn es um Galoppwechsel geht, um Fußfolgen oder einen Stichpunkt wie „Entwickeln des Travers“ sehr sinnvoll.

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Hier würde man sich den Sperriemen etwas lockerer verschnallt wünschen. Im Buch weist der Autor auf Sitzkorrekturen hin: "Starker Trab in voller Kraftentfaltung. Der Reiter sollte etwas mehr mit der Bewegung mitgehen, die Zügelfäuste etwas fiefer nehmen und die Stirn- /Nasenlinie etwas mehr vorlassen."

Dem Lexikateil ist ein Kapitel zur Ausbildung des Pferdes angeschlossen. Dieses Kapitel ist ein wirklicher Pluspunkt. Walter Zettl behandelt hier Reiterprobleme und ihre Ursache und Korrektur. Seine Philosophie einer ruhigen und durchdachten Ausbildung wird hier sehr gut deutlich. Die geschilderten Problematiken sind diverser Leistungsstufen entnommen, sie reichen von „Was tun, wenn Volten immer größer und kleiner ausgeführt werden“ bis hin zu Problemen in der Piaffe und Passage.

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in Lexikon, das durch Erklärungen in Bild und Text punktet.
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Schön die Gegenüberstellung von Illustration und Foto.

Ein Beispiel: Passage-Piaffe-Passage-Übergänge sind nicht fließend, sondern verspannt und stockend. Walter Zettl betont, dass hier vermutlich der Fehler in der zu schnellen Grundausbildung und im Vertrauensverlust liegt. Er schlägt viele Trab-Schritt-Übergänge und Übergänge „nur fast bis zum Schritt“ vor, die die Hinterhand aktivieren. „Erst nach Monaten darf der Reiter langsam wieder Übergänge aus einem fleißigen Schritt in halbe Trabtritte reiten und nach nur einigen halben Trabtritten in den Schritt zurückführen. Danach kann er erneut in halbe Trabtritte übergehen. Hinweis: Nicht zu viele Tritte verlangen!“ In allen Besprechungen zu Reiterproblematiken wird die ehrliche und langsame Grundausbildung betont.

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Oben Renvers, unten Rollkur, erklärt auf 30 Zeilen.
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Die Fußfolge des Rückwärtsrichtens.

 

>> Empfehlung für jeden, der gern ein Buch zur Hand hätte, das sämtliche Fachausdrücke verständlich und mit pferdefreundlicher Intention erklärt.

Das Buch ist im fn-Verlag erschienen. Es kostet 16,90 Euro. Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung vom fn-Verlag entnommen aus „DressurReiten ohne Druck und Zwang".

* = Diese Rezension ist mit Unterstützung des fn-Verlags entstanden.