Weshalb ein Doppelkinn beim Reiten schick ist

Ausritt

Das Thema Schönheit hatten wir ja letztens erst hier, und wie Ihr Euch vielleicht erinnert, hat die Modewelt unseren Helm-drückt-Haare-platt-Look kopiert und für absolut in erklärt. 

Doch, im Ernst: welchen Reiter kümmert es, ob er von Modepofis als stylisch empfunden wird? Viel, viel wichtiger ist doch, wie wir reiten, und nicht, wie wir beim oder nach dem Reiten aussehen. Theoretisch.

Praktisch taucht da des öfteren eine Stimme auf, der gutes Reiten ja so etwas von egal ist. 

WER DAZWISCHEN PLAPPERT 

Teufelchen links auf der Schulter, im Vorbeigehen: „Da ist ein Spiegel. Guck rein!“ 

Ach, egal. 

Teufelchen links auf der Schulter, beim Scrollen der Reitbilder: „Also DIESES Selfie geht gar nicht, wie siehst Du denn daaaa aus?“

Meinst Du? Tatsächlich?

Teufelchen links auf der Schulter, beim Weiterscrollen: „Lass mal weitergucken, gut, wenn wir da jetzt noch den Lark-Filter drauflegen, mmmhh, jaaa, das könnte gehen.“

Ach, JA!

Also, da ist nichts zu machen: wir haben unser kleines Eitelkeits-Teufelchen alle auf der Schulter sitzen. Bei dem einen ist es eher still veranlagt, und toleriert Matschstiefel, zubbelige Haare und abgebrochene Fingernägel, bei den anderen ist es stark extrovertiert und plappert die ganze Zeit dazwischen.  

Laut wird das Teufelchen aber so gut wie bei jedem, der Bilder von sich mit rotem Kopf und Doppelkinn auf dem Pferd sieht. 

WARUM DU EIN DOPPELKINN HABEN SOLLTEST 

Roter Kopf? Check!

Doppelkinn? Mhhh, hab ich das?

Ich SOLLTE eins haben, habe ich vor ein paar Tagen gelernt. 

Wir hatten Sitz-Expertin Elaine Butler bei uns daheim, sie hat uns einen zweitägigen Kurs gegeben. In der Theorieeinheit erklärte sie einer Reiterin, was diese tun könne, um ihren Kopf nicht mehr so vorgestreckt zu tragen. Dafür erklärte sie uns anhand einer britischen Spitzen-Dressurreiterin, dass ein Doppelkinn eine prima Sache bei Reitern sei:  

„Es gibt so viele Pressefotos von Charlotte Dujardin mit Doppelkinn – obwohl das ein dünnes Mädchen ist!“ sagte sie. Und dann erklärte sie, warum gerade das gut sei: „Das kommt daher, weil gute Dressurreiter ihren Kopf zurücknehmen, um ihn genau mittig auf der Halswirbelsäule zu platzieren!“ 

Merke: Bist Du ein guter Reiter, hast Du ein Doppelkinn!

Leute, es wird immer besser. Wir dürfen angeklatschte Haare haben, dann sind wir für die Modeleute hip. Wir dürfen ein Doppelkinn haben, dann reiten wir biomechanisch gut. 

Ach, das Leben ist so einfach und schön. Man muss nur wissen, welchen Aspekten Aufmerksamkeit zu widmen ist!

P.S. Ja, ich habe mich nicht getraut, ein Doppelkinn-Foto einzustellen. Aber nach diesem schamlosen Selfie bei der letzten Geschichte darf ich da mal kneifen, finde ich!