Das Team bei Elaine Butler

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Pferde-Lehrfilme drehen ist ein Traumjob. Wir dürfen zu den besten Ausbildern fahren, mit ihnen arbeiten, viele Trainingseinheiten sehen und diese Erfahrungen weitergeben. Natürlich wächst unser Wissen mit jedem Film und Beitrag. Ein Irrglaube ist allerdings, dass wir deshalb unfehlbar gut selbst Reiten und Ausbilden.

Zwar wissen wir aufgrund unserer Arbeit ziemlich genau, wie es aussehen sollte. Aber genauso merkt man bei jedem neuen Wissens-Baustein, was wir selbst besser machen könnten (der Weg ist weit!). Übung macht den Meister. Also los. 

Elaine-Butler-mit-der-Kamera
erlernen-der-Geraderichtung

Inge und Sonya waren zusammen unterwegs.  Inge Vogel ist der Kopf und Herz des Teams zugleich – bei ihr laufen die geschäftlichen Fäden zusammen, sie plant, koordiniert und hat unendlich viele gute Filmideen. Herz deshalb, weil sie ein Menschen- und Pferdeversteher zugleich ist. Sonya Hudson ist die Frau hinter den neuen Ideen von pferdia tv – sie hat das Streamingportal pferdiathek.tv entwickelt, ist unglaublich auf Zack und dreht so ganz nebenher noch supergute Lehrfilme (sie war letztens bei Chris Bartle und Pedro Torres, mehr wird aber noch nicht verraten!). Sonya unterstützt in Punkto Kamera und Schnitt Thomas Vogel, den Mann von Inge. 

Die Mary-Wanless-Methode

Gemeinsam sind Inge und Sonya zum Sitzschulungskurs bei Elaine Butler aufgebrochen. Elaine Butler ist zertifizierte Trainerin nach der Mary-Wanless bzw. Ride-with-your-mind-Methode, die sich detailliert mit dem Reitersitz und der Einwirkung des Reiters auf das Pferd befasst. Es gibt auch schon drei Videos mit ihr im Streaming der pferdiathek. Sie stammt aus Südengland, spricht hervorragend Deutsch und gibt aber auch in vielen anderen Ländern Europas Kurse. Sie arbeitet mit Reitern und Pferden verschiedener Altersstufen aus unterschiedlichsten Sparten sowie jeglicher Ausbildungsgraden – vom Anfänger bis zum Grand-Prix-Sportler.

Inge-Vogel-pferdia
Sonya-Hudson-Bild

Filmpferde im Reitkurs

Zum Kurs hat Sonya ihren Wallach Cornelius mitgebracht, einen Vierjährigen von Carry Gold, und Inge Vogel ihren Siggi von Sunlight xx. Viele von Ihnen werden beide Pferde wiedererkennen, denn manchmal helfen sie als Statisten aus – in den Agility Filmen von Nina Steigerwald sind sie zum Beispiel beide im Einsatz und lernen das Clickern kennen. Siggi ist schon ein richtig erprobtes Filmpferd, er war zum Beispiel einer der Darsteller im Film von Wolfgang Marlie.

Bei Elaine Butler können Reiter ihren Sitz verbessern. Es ist keine spezielle Reitmethode, es funktioniert reitweisenübergreifend. Die Engländerin erklärt das WIE -   und hilft so, Sitzfehler die man selbst kennt, aber eigenständig nicht verändern kann, zu korrigieren.

Verbesserung-nach-Unterrichtseinheit

Schwebebalken für die Geraderichtung

Inge Vogels Siggi hatte einige Pausen, das Wichtigste ist bei ihm trotz seiner zehn Jahre momentan die Geraderichtung. Inge ist Wiedereinsteigerin und hatte nach ihrer Reitpause eine Phase, in der Angst beim Reiten eine Rolle spielte (so ungefähr würde sie das selbst sagen, und bescheiden verschweigen, dass sie als Züchtertochter etliche Pferde eingeritten hat, Auktionsreiterin war und erst übers Mutter und Geschäftsfrau sein eine längere Reitpause eingelegt hat). Sie fand es beachtlich, wie sich Siggi in den zwei Tagen des Kurses entwickelte: „Wenn das Pferd nicht loslässt, dann liegt es am Reiter. Mir ist in diesen zwei Tagen nochmal so sehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, korrekt zu sitzen!“ Siggi ging von Einheit zu Einheit ruhiger, gelassener und besser. Bei Inge und Siggi arbeitete Elaine Butler mit Bildern. So sollte sich Inge Vogel zum Beispiel vorstellen, auf einem Schwebebalken zu reiten, so dass sie die inneren Bauchmuskeln stärker nutzte, um das Pferd auf der gedachten Linie zu halten. „Bei uns war es so, dass ich die rechte Seite stärker aktivieren musste als die linke, und schon hörte Siggis Schaukeln auf. Es liegt alles am Reitersitz!“.

Wie das Reiterbein lang wird

Bei Sonya Hudson ging es im Reitkurs mit Elaine Butler unter anderem darum, sich selbst genügend zu stabiliseren, um den Rücken des jungen Pferdes zu entlasten und dem Youngster in fremder Umgebung eine sichere Führung zu geben. Dazu gehört die korrekte Position von Unterschenkel, Knie und Oberschenkel. „Elaine hat mir das Bild einer Taschenlampe genannt. Ich soll mir vorstellen, dass von der Kniescheibe aus der Leuchtkegel einer imaginären Lampe auf den Boden unterhalb der Pferdenase fällt.“ Der Griff der Taschenlampe sollte in dieser Vorstellung ihr Oberschenkel sein. Durch diese Vorstellung fiel es Sonya leichter, das Bein zu strecken. „Natürlich haben auch andere Trainer erkannt, dass ich mein Bein länger machen sollte. Nur kann man es mit Elaines Erklärungen auch umsetzen!“ erzählt Sonya Hudson. Sie hat bei der Erfinderin dieser Sitzschulungs-Methode, Mary Wanless, in Großbritannien schon Schulungen und Teacher Trainings absolviert (und hat sich auch ansonsten schon ziemlich viel in der Pferdewelt herumgetrieben: sie hat in verschiedenen Ausbildungsställen in Deutschland und England gearbeitet, auf Lusitano-Gestüten junge Pferde eingeritten und nun Cornelius gemeinsam mit Thomas Vogel die Grundschul-Aufgaben beigebracht).

Elaine-Butler-macht-Sitzkorrektur
der-korrekte-Reitersitz

Geschmeidiger Leichttraben

Dieses Bild half ihr, im Leichttraben geschmeidiger einzusitzen: „Cornelius ist ja erst Vierjährig und hat noch nicht allzu viele Muskeln. Also muss ich mich vor allem auch beim Einsitzen gut selbst tragen, sonst störe ich ihn und dadurch wird die Anlehnung schlechter. Auch hier hat mir das Bild mit der Taschenlampe geholfen, mein Einsitzen über die Oberschenkelmuskulatur zu kontrollieren.“

Eine weitere Hausaufgabe nach dem Reitkurs: um den Oberkörper zu stabilisieren und daran zu hindern, im Galopp zu stark vor- und zurückzuwippen, soll sie sich vorstellen, sie wäre an den Schultern an einer Wäscheleine befestigt. „Der Oberkörper soll an diesen Wäscheklammern wie ein Laken aufgehängt sein.“ Mit diesem Gedanken fällt es leichter, die Bewegung im Becken zu erhalten und dennoch den oberen Oberkörper zu stabilisieren.

Stabilisation-durch-Bauchgurt