Zweisamkeit – ein ultimativer Trick

Pferdekopf-im-Detail

Motivation fürs Wochenende: Der Trick mit der Seifenblase

Die Pferdewelt gliedert sich in zwei Menschenschläge. 

Reitertyp Eins:Reiter, die Show mögen, die Publikum mögen, die sich gern angucken lassen. 

Reitertyp Zwei: Reiter, die vor allem eins mit ihrem Pferd sein wollen. 

Ein Reitmeister erklärte mir einmal: Ein guter Turnierreiter hätte von beidem 50 Prozent. Dann könne er erfolgreich werden. 

Hah! Jetzt also weiß ich, warum ich lieber Beobachter als Teilnehmer bin auf Turnieren. Ich selbst bin nämlich meilenweit vom Show- oder Turnierreiten entfernt. Publikum? Gern für die anderen. Ich mag es noch nicht mal, wenn viele Leute an der Bande stehen. Egal, ob das Pferd gerade gut läuft oder nicht, egal, ob ich einen guten Tag habe oder nicht. 

Ich bin 100 Prozent Typ Zwei, derjenige, der die Zweisamkeit sucht. 

Hilfe, Publikum

Muss ich vor vielen Menschen reiten, dann kommt’s mir vor, als ob ich zehn Zentimeter über dem Sattel schwebe, und aus der Vogelperspektive das ganze Feld und Vorgehen ansehe. Ein unbeteiligter Beobachter. Ein Dokumentarfilmer. Ich bin nicht im oder am Pferd, unsere Verbindung ist im Funkloch, ich will nur noch, dass diese Situation vorbei geht. Nicht die besten Voraussetzungen, um hervorragend zu reiten. 

Aber: Es gibt einen ziemlich guten Trick, um die Zweisamkeit wieder herzustellen. 

Man stellt sich einfach vor, da wäre etwas zwischen Außenwelt und einem selbst. Was das ist, muss jeder für sich ausprobieren. Ich stelle mir eine Seifenblase vor. Ich und Pferd drinnen, wir rollen den Weg entlang. Die Außenwelt jenseits unserer Seifenblase ist leicht verzerrt und bleibt weg von uns. Ich kann den Unterschied fast hören, alles klingt gedämpft und sieht verzerrt, schillernder, aus. 

Es funktioniert tatsächlich. Ich reite dann zwar immer noch nicht wie ein junger Gott, aber ich kann mich selbst mental aus der für mich stressigen Situation rausziehen. Und beginne wieder mein Pferd zu fühlen und tatsächlich da zu sein.

Weihnachtsquadrille gerettet!

Wer ein einfacheres Bild lieber mag: Man kann sich auch eine Käseglocke vorstellen. Zack, über sich selbst und Pferd imaginär gestülpt und fertig. 

Dieser Trick funktioniert natürlich auch für versierte Showreiter. Die nur ab und an so ein Moment überkommt, an dem sie sich am liebsten verstecken würden. 

Einfach weg mit allem, was stört. Konzentration aufs Wesentliche. Welch’ eine Erleichterung! 

An alle, die gerade Quadrillen für Weihnachtsfeiern vorbereiten oder Lampenfieber trotz häufiger Auftritte haben: Probiert es mal aus. Und wenn Ihr mögt, hinterlasst uns eine Notiz, ob der Trick bei Euch auch geholfen hat. Daumen sind gedrückt!