Wie man ohne Fehlkäufe für’s Pferd einkauft, und dabei kein Vermögen ausgibt (oder es direkt wieder reinholt!)

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Gerade bin ich der Profi in Sachen Neueinkäufe geworden. Denn ich war viele Jahre Warmblut-Besitzerin, und nun ist bei uns ein Reitpony eingezogen. Meint: Fast die komplette Ausstattung musste neu her, kaum etwas von der Vorgängerin passte. Hier kommen die 5 Regeln, wie man das sinnvoll macht – und Gutes kauft, womit man lange glücklich ist.

1. Ausleihen kommt vor dem Kauf

Bei Freunden alles Mögliche ausleihen, um herauszufinden, was dem neuen Pferd passt, fand ich ganz enorm hilfreich. Habe ich zum Beispiel mit Sätteln so gemacht, um eine Idee davon zu bekommen, nach welchen Marken ich meinen Sattler überhaupt fragen soll. Natürlich habe ich nicht irgendwelche Sättel draufgepackt – sondern erst überlegt, was in Frage kommt (bei mir unter dem Aspekt rundrippiges Pferd, kurzer Rücken, breite Schulter-/Widerristpartie). So konnte ich mit meinem Sattler schon ganz gezielt besprechen, was er da hat, besorgen kann, oder nach was ich selbst schauen muss. Da wir unterschiedliche Popos auf dieses Pony setzen, und mein Popo, oh Wunder, extrem anders aussieht als der meiner achtjährigen Tochter, brauchen wir zwei neue Sättel. Nach dieser Testauswahl war auch klar, welche das werden sollen. Genauso habe ich Kappzäume getestet. Es gibt nämlich für jedermann auch professionelle Verleihmöglichkeiten – wenn man mal ein bisschen die gängigen Portale durchforstet, findet man Test-Zäume, Test-Kappzäume, Test-Hufschuhe und sogar Sättel zum Testen. Dafür bezahle ich gern mal 30 Euro oder so. Ist billiger und schneller, als wenn ich selbst einen Fehlkauf wieder loswerden muss. 

 2. Wiederverkaufswert

Ist irre wichtig. Ich versuche meinen Kleiderschrank für das Pferd überschaubar zu halten – was nicht mehr gebraucht wird, kommt weg. Das funktioniert aber nur gut, wenn man hochwertige und begehrte Sachen hat. Sonst kann man sie nämlich direkt verschenken! Es ist einfach kein Markt für gebrauchte Sachen da, die nicht hochwertig und recht neu sind. Wenn es zwei Produkte gibt, die zwei Firmen herstellen, einmal das Original, einmal das nachgemachte Konkurrenzprodukt, dann kaufe ich das Original. Auch, wenn das Konkurrenzprodukt im Alltag genauso gut funktionieren würde und günstiger wäre. Denn der Wiederverkaufswert ist einfach nicht da. Dass dieses Konzept funktioniert, konnte ich bei den Sachen meiner Warmblüterin bemerken, die ich nun aussortiert habe. Das hochwertige Lammfell-Korrekturpad, die Netzdecke mit Keramikteilcheneffekt – die waren sofort verkauft. 

3. Ausnahme: Wegwerfartikel

Es gibt Kopien von hochwertigen Sachen, die ich nehme, wenn es um Saisonware geht. Meint: Ich gehe weder beim teuren noch beim billigen Produkt davon aus, dass ich sie länger nutze. Entweder, weil sie eh verschleißen, oder, weil sie bei uns ständig verloren gehen und neu angeschafft werden müssen. Fliegenhauben zum Beispiel sind das momentan. Handschuhe und Gerten waren das lange Zeit – ich bin nämlich ziemlich schusselig, und lasse so etwas gern liegen. Aber das geht jetzt schon lange Zeit gut, so dass ich hier durchaus mal gute Sachen kaufen kann, ohne Angst zu haben, sie übermorgen zu verlieren. 

4. Ladenhüter

Manche Fehlkäufe kann man vermeiden, andere leider nicht. Meine Ladenhüter sind äußerst sinnvolle Sachen, die aber kein Mensch mehr gebraucht kauft. No-Name-Gebisse zum Beispiel. Ganz gruselig: Gebrauchte Sättel. Es ist egal, ob es der angepasste High-End-Markensattel ist, oder der in die Jahre gekommene Edelsattel, dessen Marke nur Insider kennen. Der Markt gebrauchter Sättel ist so etwas von zusammengebrochen, hier geht nur eins sicher: An Zwischenhändler verkaufen oder tauschen. Oder eben auf Zeit setzen und auf die Stecknadel im Heuhaufen warten, die genau das Modell sucht, das man daheim herumliegen hat. Ausnahme: Recht neue Sättel mit französischen Kissen, deren Kammerweite verstellbar ist (ich will jetzt hier keine Marken nennen, aber es gibt durchaus welche, wo selbst mein Sattler sagt: „Oh, davon könnte ich zehn Stück jede Woche gebraucht verkaufen!“). Oder Modelle, die es erst seit wenigen Jahren auf dem Markt gibt (siehe 1). Da ich aber nicht davon ausgehe, in zwei, drei Jahren meine Sättel wieder zu verkaufen, kann ich da wenig Rücksicht drauf nehmen. Meint: An diesem Punkt gibt es keine günstige Lösung. Hier wird man sein Geld los.  

5. Menschen Glauben schenken

Ich wollte nicht glauben, dass auf schlanke Ponybeine auch hinten Gamaschen in Größe S gehören. Obwohl man mir das gesagt hatte. Ich wollte auch nicht glauben, dass das Pony keine schweren doppeltgebrochenen Gebisse mag. Ich musste das selbst kaufen und ausprobieren, um das zu glauben. Dumm – aber so ist das eben manchmal! Deshalb: Macht’s besser, man muss nicht alles selbst ausprobieren!