#20 Frage an Ingrid Klimke: Was ist beim Anreiten von älteren Pferden zu beachten?

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Manchmal sind Erfahrungswerte und Wahrheiten nicht so angenehm zu hören. Ansprüche herunterfahren und schauen, was möglich ist: Auch das gehörte zur Antwort der heutigen Videonachricht von Ingrid Klimke. Auf ihrem Symposium, das im Herbst 2016 stattfand, fragte eine Zuschauerin, was sie zu beachten hätte, wenn sie ein älteres Pferd anreitet. Das Pferd ist 7jährig von der Wiese gekommen und angeritten worden. Es ist jetzt neun Jahre alt. Seine Reiterin erzählt, dass er „nicht so schön über den Rücken geht und sich vorn einigelt, also hinter die Senkrechte kommt, und nicht gut ans Gebiss herangeht“. Sie fragt sich, ob das auch aufgrund des späten Anreitens so schwierig sein könnte. An Ingrid Klimkes Antwort ist zu hören, dass der Reitmeisterin diese Aufgabenstellung nicht fremd ist. Andere Leserfragen, auf die Ingrid Klimke per Video antwortete, waren zum Beispiel, was gemeint ist, wenn vom "rund reiten" gesprochen wird. Letztens erzählte Ingrid Klimke zum Beispiel an dieser Stelle, was der Reiter tun kann, wenn das Pferd hinter die Senkrechte kommt.  In anderen Videonachrichten erklärte sie zum Beispiel einer Zuschauerin, was zu tun ist, wenn sich das Pferd heraushebt und wie man sein Pferd fleißig am Bein macht. Heute geht es um diese Zuschauerfrage:

"Was ist beim Anreiten von älteren Pferden zu beachten??"

Zum Merken, die wichtigsten Infos:

  • erfordert noch mehr Geduld
  • Kompromisse: Man kann vielleicht nicht alles erreichen, was man noch erreichen möchte
  • alles, was er lernt, fällt ihm nicht so leicht wie einem Jungspund, dem es in den Schoss fällt
  • wir müssen das bis Ende sechsjährig abgeschlossen haben. Sehnen, Bänder, Muskulatur, Wachstum ist bis Ende sechsjährig abgeschlossen.
  • Alles was danach heran modelliert wird, körperlich oder geistig, dauert länger und braucht mehr Zeit!
  • die Pferde, die jung lernen, haben es einfach leichter. Das ist ähnlich wie beim Mensch, wer von Kinderbeinen an eine Sportart macht, dem fällt es leichter.
  • „Das kleine Einmaleins, Schritt, Trab, Galopp und Übergänge, muss sitzen“
  • Genauso gilt es, auf die Grundausbildung zu achten, bei Pferden, die sich sehr gut als Jungpferde anbieten: Es bringt nichts, da mehr zu machen!
  • Ingrid Klimke zitiert Paul Stecken mit einem Spruch, den er häufig sagte, wenn ein Pferd in die Ausbildung kam, das älter war, viel konnte, aber Lücken in der Grundausbildung hatte: „Der ist schon ganz schön weit oben auf der Leiter. Es fehlen nur leider ein paar Sprossen.“ Gerüst Trab-Schritt, Übergänge, alles was auf dem Weg zur Klasse L liegt.
Viel Erfolg!