#3 Frage an Ingrid Klimke: Wie sieht ein guter Saisonplan aus?

Jungpferdearbeit-im-Winter
Wie sieht ein guter Saisonplan aus? Diese Frage stellten viele Zuschauer. Gute Frage, dachten wir. So haben wir Ingrid Klimke genau das gefragt. Die dunkle Jahreszeit ist vollends da, denn bis kurz vor Weihnachten werden die Tage immer kürzer. Das heißt für die meisten Reiter: Nur noch bei Dunkelheit zum Stall und in die Reithalle. Viele fragen sich, wie sie jetzt am besten die Winterarbeit aufbauen. Und so einige schauen schon in Richtung 2016 und überlegen, was sie im nächsten Jahr und der kommenden Saison erreichen möchten.
Springen-mit-Ingrid-Klimke
Ingrid-Klimke-im-Training-mit-Königssee
Eine kluge Saisonplanung ist viel wert. Wie Ingrid Klimke die Turnier- und Trainingsetappen aufteilt, das fragten uns viele Zuschauer. Wir haben deshalb Ingrid Klimke genau diese Frage gestellt. Natürlich haben wir die Antwort im Film festgehalten. Besonders interessant momentan: Es gibt auch einen besonderen Tipp für das Wintertraining, und insbesondere für das Wintertraining junger Vielseitigkeitspferde. Das hier gepostete Video haben wir noch im Spätsommer, bei herrlichstem Sonnenwetter, aufgenommen. Folgende Videonachrichten sind bisher von Ingrid Klimke hier im Magazin zu finden: welche Ausrüstung sie warum nutzt,  wie Pferde im Parcours ruhig bleiben und außerdem, was Reiter für einen geschmeidigen Reitersitz à la Klimke alles tun können. Die heutige Frage lautet:

"Wie sieht ein guter Saisonplan aus?"

Hier im Video antwortet Ingrid Klimke:

Sinnvolle Winterarbeit

Für die Winterarbeit betont die Reitmeisterin, dass auch die Winterarbeit in der Halle so abwechslungsreich wie möglich sein soll. Schließlich kann es durchaus tagelang vorkommen, dass die Witterung einfach kein Training draußen erlaubt. Ingrid Klimke setzt dabei auch in der Dressurarbeit Sprünge und Cavaletti ein. Gut zu sehen ist dies in ihrem pferdiathek-Film namens „Grundausbildung für Reitpferde Teil 2 – Das 5-jährige Pferd“. Hier ist prima nachzuvollziehen, wie Ingrid Klimke einfache Cavaletti-Trab- und Schritt-Reihen aufbaut und ins Dressurtraining integriert. Dieses Video ist übrigens empfehlenswert für alle Reiter, die ihr Pferd ganz gut an den Hilfen haben, und einen Einstieg in die Cavaletti-Arbeit suchen. Dabei kann das Pferd dann durchaus auch das ein oder andere Jährchen mehr aufweisen!

Abwechslung mit Cavaletti

Im Trab auf gerader Linie reitet sie in diesem Film zum Beispiel mit ihrem damals 5-jährigen Dressurpferd Dresden Mann über vier Cavaletti, die im Abstand von 1,20-1,30 m hintereinander liegen. Später werden diese Cavaletti dann auf gebogener Linie auf dem Zirkel eingesetzt. Auch hier sollte der mittige Abstand der Cavaletti zueinander jeweils 1,20-1,30 m betragen. Sehr effizient ist die folgende Übung, welche die Schritt-Trab-Übergänge verbessern soll: Ingrid Klimke reitet im Trab eine Acht auf dem Zirkel (ähnlich eines fortlaufenden durch-den-Zirkel-wechseln), und pariert auf der Mittellinie stets durch zum Schritt. Auf dieser Mittellinie liegen vier Schritt-Cavaletti, und zwar so, dass das Pferd sich anstrengen muss, um diese raumgreifend zu überschreiten. Bei dieser Übung lernt das Pferd, gleich nach dem Übergang  zum Schritt taktmäßig, vorwärts und raumgreifend zu schreiten. Noch eine Übung im Schritt und mit viel Köpfchen: Nach einer Schrittpirouette im Schritt reitet Ingrid Klimke über diese vier Schritt-Cavaletti, direkt im Anschluss reitet sie wieder eine Schrittpirouette. Das festigt den Viertakt. Besonders lehrreich in diesem Film: die anfänglichen Fehler der 5-Jährigen sind ebenso zu sehen, wie die spätere Verbesserung. Das hilft allen, die danach selbst in den Sattel steigen wollen unheimlich. Viel Spaß beim Ausprobieren & Erfolg bei der Saisonplanung!