Her mit der Riesenportion Freude beim Pferd

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Das da oben im Bild ist meine Freundin Philippa. Auf dem Bild ist sie bei einem Saskia-Gunzer-Kurs zu sehen, bei ihrer erster Übungseinheit mit Langzügeln. Strahlend.

Ich sehe Philippa entweder auf Ausritten oder auf den Kursen, die wir gemeinsam veranstalten. Bei letzterem wird immer viel fotografiert, und es kommen immer nur diese Arten von Bildern von Philippa dabei heraus: Innig mit ihren Pferden, oder über beide Ohren strahlend, oder hoch konzentriert. Aber selbst das hoch Konzentrierte sieht nicht verbissen aus. Ich kenne keinen anderen Menschen, der sich so sehr, auf stille, nicht aufgesetzte Art, über seine Pferde freut, während er mit ihnen arbeitet.

Kopfmonologe

Davon würde ich mir gern eine Scheibe abschneiden. Eine ganz dicke Scheibe. Ich bin jemand, der darauf bedacht ist, viel mit positiver Bestärkung beim Pferd zu arbeiten – Stimmlob, Zügel-Nachgeb-Lob, Finger-am-Widerrist-kurz-Kraulen-lassen. Aber, ich bin auch jemand, der sich gern über sich selbst beim Reiten ärgert. Ich werde dann nicht unfair, ich habe mich im Griff. Aber ich führe dann Kopfmonologe, so etwas wie „Mensch, das ging schon mal besser, das funktioniert jetzt bestimmt nicht, weil Du wieder rechts mehr belastest als links, so, konzentrier Dich mal, mehr Muskelspannung in Deinem Rumpf, komm, weiter!“ Und gleichzeitig weiß ich natürlich, dass das nicht gerade förderlich für das gute Reiten ist, sich selbst so einen Druck zu machen. Noch ein Grund, sich auch darüber zu ärgern, dass man es weiß und dennoch tut. Suuuuuper.

Letztens waren wir gemeinsam joggen, Philippa und ich, und ich habe gesagt, dass ich diese Eigenschaft sehr bewundere, und wollte wissen, wie sie das eigentlich macht. Ich würde mal behaupten, dass unsere Leben ziemlich ähnlich vollgepackt sind, es liegt jetzt nicht daran, dass der eine ein tiefenentspanntes Alltagsgeschäft hat, und der andere weitaus mehr busy ist.

„Ich habe mir das antrainiert“, sagte sie zu mir. Und zwar im ersten Schritt durch das positive Bestärken des Pferdes, das sich durch echte eigene Freude äußert. Das hat sie in Fortbildungen bei Bea Borelle gelernt. Diese achtet nämlich immer sehr darauf, dass das Pferd für jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung sofort ein deutliches Lob erhält, ob verbal „Brav! So ein Guter!“, oder durch eine Pause, ein Leckerli oder durch ein Kraulen oder eben durch alles gemeinsam (das hat sie übrigens mit Saskia Gunzer gemeinsam, die kann auch gut loben!).

Von Herzen

Dieses im Moment sein und sich über jede Kleinigkeit, die gelingt freuen, von Herzen, das hat Philippa nicht nur ihrem Pferd zugute kommen, sondern bleibt selbst auch in diesem Gefühl. „Es passiert nur noch ganz selten, dass ich unzufrieden aus einer Reitstunde oder einem Kurs herauskomme“, erzählt sie mir. Weil sie sich eben gedanklich nicht daran festkrallt, was jetzt wieder nicht funktioniert, sondern weil sie ohne Emotion herunterstuft, wenn etwas nicht gelingt. Und sich dann wieder auf dem Level, das an dem Tag aktuell ist, über kleine Fortschritte freuen kann.

Ich arbeite daran.

Ähm, uups, das klingt ja wieder so ernsthaft. Also,  ich werde das mal ganz locker das nächste Mal so machen. Grinsen, die Freude wachsen lassen und mich auch mal selbst loben für jeden kleinen Schritt, und nicht nur mein gutes Pferd. Manchmal klappt das ja auch erstaunlich gut. Vor allem dann, wenn ich so gar nichts erwarte. Hatte ich hier mal drüber geschrieben.

Also, liebe Philippa, ich hätte gern ein Scheibchen Deiner emotionalen Konstanz. Kleinigkeit, nicht wahr?