Buch: Das Geheimnis der unsichtbaren Hilfen

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Das neue Buch von  Isabelle von Neumann-Cosel ist erschienen. Es geht um ihr Spezialthema Reitersitz, aber auch darum, wie dieser mit dem richtigen Training und der klassischen Reitweise zusammenhängt.

In diesem neuen Buch fließen Reitlehre (Wie werden Hilfen gegeben?) und Sitztraining (Übungen zur Zügelführung) gleichberechtigt ein. Sehr schön: Probleme, die bei der Umsetzung von Trainingstipps und generell in der Ausbildung vorkommen, werden angesprochen. Zum Beispiel Fehler in Sitz, Anlehung, falsch verstandenes Treiben.

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Zwei Reiter sind besonders häufig im Buch zu sehen: Felicitas von Neumann-Cosel, Pferdewirtschaftsmeisterin aus den USA und Heinrich Brähler, ebenso Pferdewirtschaftsmeister. Die beiden zeigen immer wieder Situationen, an denen sie etwas verbessern möchten, und daneben dann ein Bild, wie diese Situation verbessert wurde. Zum Beispiel: Die Selbsthaltung des Pferdes verbessern, das erste Bild zeigt, dass das Pferd leicht hinter der Senkrechten ist, das zweite, wie es sich besser selbst trägt und so eben auch nicht mehr hinter der Senkrechten geht.

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Eingestreut sind Kästen, die die wichtigsten Lehrsätze zusammenfassen, und Begriffsdefinitionen, damit es keine Missverständnisse gibt.

Gut sind die Illustrationen, die Gedankenbilder der Autorin umsetzen. Ihre Ideen, zum Beispiel vom „Den Regenschirm aufspannen“ oder „Trampolin springen“ sind eindrücklich und können bestimmt so einigen Reitern helfen, Bewegungsabläufe zu verstehen.

Das Bild des Regenschirms aufspannen soll zeigen, wie die Muskelketten eines Pferdes beim korrekt trainiert werden sollen. Die Muskelketten der Vor- und der Hinterhand sollen nämlich aufgespannt sein und zusammenarbeiten. In diesen Passagen des Buches merkt der Leser, dass hier auch Pferde-Osteopath Stefan Stammer an dem Buch mitgewirkt hat

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Gelungen: Das Bild des Aufspannens eines Regenschirms, um das Zusammenwirken der Pferdemuskulatur und des Rumpfes zu erklären.
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Balance als Bild: Das Pferd ist imaginär weggezaubert, der Reiter landet auf den Füßen.
 „Für die Ausbildung einer adäquaten Muskelspannung ist es nötig, dass ein Pferd die funktionalen Muskelketten im Bereich von Becken und Hinterhand einerseits sowie von Vorhand und Brustkorb andererseits aufspannt. Nur dann kann der Rücken dazwischen wie eine federnde Brücke funktionieren.“

Spannend wird es im nächsten Absatz des Buches, denn hier regt die Autorin dazu an, Pferde und ihren Trainingsstand nicht partiell zu beachten:

„Die klassische Reitlehre nimmt für sich in Anspruch, Pferde gesund zu erhalten und schöner zu machen. Diese Schönheit wird festgemacht an der Entwicklung spezifischer Muskulatur. Dabei stehen vor allem die Halsmuskulatur und die Muskulatur an der Hinterhand im Fokus. Um beurteilen zu können, ob Pferde tatsächlich korrekt und gesunderhaltend trainiert sind, sollte der Blick allerdings mehr den funktionalen Bewegungsketten im Körper folgen. Das heißt zum Beispiel: Nicht nur den Hals, sondern die gesamte Oberlinie anschauen.“
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In den weiteren Zeilen nennt die Autorin noch mehr Beispiele, um dann die wichtigste Essenz des ganzen in einem auffälligen Kasten zu positionieren. Und das zu Recht: 

„Damit Pferde ihre gesamte Muskulatur aufspannen und trainieren, müssen sie nicht nur ihr Becken kippen und mit der Hinterhand vermehrt untertreten, sondern auch ihren Brustkorb anheben.“
  

 Ein schöner Merksatz!

 

>> Empfehlenswert für Reiter wie Ausbilder im Breitensport. Das Buch kostet 29,90 Euro und ist im FN-Verlag erschienen. Alle Fotos (von Jean Christen) und Illustrationen (von Susanne Retsch-Amschler) mit freundlicher Genehmigung des FN-Verlags dem Buch entnommen.