#30 Frage an Ingrid Klimke: Wie gut sind Gelenksteigbügel?

Gelenksteigbügel-Dressur
Sind Gelenksteigbügel hilfreich für den Reiter - oder nicht? Diese Frage wird ganz unterschiedlich beantwortet: Gut für das Durchfedern durch den Körper findet sie nicht jeder Reitlehrer, andere wieder schwören darauf. Eine Zuschauerin fragte Reitmeisterin Ingrid Klimke, wie sie das so sieht.  

Direkt Ingrid Klimke fragen ist übrigens für alle Zuschauer von wehorse möglich!

In regelmäßigen Abständen findet Ihr im Magazin Antworten auf Eure Fragen von Ingrid Klimke höchstpersönlich. Kostenfrei. Da wir ganz oft im Laufe des Jahres bei ihr daheim sind und dort filmen, nehmen wir jedes Mal auch eine Frage von Euch mit, die sie dann vor laufender Kamera beantwortet. Wer eine Frage hat: Einfach eine Mail an service@wehorse.com senden. Wir suchen dann aus, welche der Fragen für viele von Euch interessant sein könnte. Ingrid Klimke erzählte zum Beispiel schon an dieser Stelle, was der Reiter tun kann, wenn das Pferd sich von der Kulisse beeindrucken lässt, oder was zu tun ist,  wenn das Pferd hinter die Senkrechte kommt. Wie ein guter Saisonplan ausschaut, hat sie ebenso schon hier im Magazin beantwortet.  In anderen Videonachrichten erklärte sie zum Beispiel einer Zuschauerin, was zu tun ist, wenn sich das Pferd heraushebt und wie man sein Pferd fleißig am Bein macht. Heute geht es um diese Zuschauerfrage:

"Was halten Sie von Gelenksteigbügeln, Ingrid Klimke?" 

Klare Antwort also! Warum Ingrid Klimke die angesprochenen Schnurgurte nutzt, hat sie übrigens auch in einer Videonachricht bei uns im Magazin, hier, beantwortet.

Inzwischen gibt es viele Arten von Sicherheitsbügeln auf dem Markt. Hier ist eine Übersicht:

Sturzsteigbügel mit seitlichem Gummi

Der Rahmen des Bügels ist zur pferdeabgewandten Seite hin offen. Diese Stelle verbindet ein dicker Gummizug, der abspringt, sobald Zug darauf kommt. Die Fußauflage ist stabil, nicht flexibel.

Geschwungene Sicherheitsbügel

Bei diesem Modell, das gern von Gangpferdereitern genutzt wird, ist der Rahmen des Steigbügels geschwungen. Die nicht zum Pferdebauch zeigende Seite ist vom Fuß weg nach vorn geschwungen. Auch das soll ein Herausrutschen des Fußes bei einem Sturz begünstigen. Auch hier ist die Fußauflage für den Ballen des Reiters stabil.

Sicherheitssteigbügel mit Klick-Mechanismus

Hier sind Fußauflage und Bügel durch ein Gelenk verbunden. Dieses kann ein- und ausrasten, so dass es nachgibt, wenn ungewohnt hoher Zug auf den Bügel kommt.  Eingerastet ist eine stabile Lage für den Fußballen möglich – was für viele Reiter ein deutlicher Vorteil ist!

Gelenksteigbügel

In den Bügel sind je nach Hersteller zwei bis vier Gelenke eingearbeitet. Diese sollen die Trittfläche flexibler machen. Die Fußauflagefläche ist nicht stabil, sondern beweglich.

Steigbügel mit Korb

Auf den Steigbügel ist ein Plastikkorb aufgesetzt, der den Fuß nach vorn begrenzt. So ist ein Durchrutschen nicht möglich. Das ist die optisch auffälligste Variante, die aber garantiert ein Durchrutschen des Fußes beim Sturz unmöglich macht. Sie wird gern für Kinder verwendet. 

Einarmige Steigbügel

Diese Modelle sind an der Außenseite nicht ganz geschlossen. Optisch sieht der Bügel zwar aus wie aus einem Guß, jedoch kann sich der flexible Außenarm öffnen. Das passiert, wenn viel Zugkraft auf ihn wirkt, zum Beispiel wenn ein Fuß bei einem Sturz noch im Bügel festhängt. Besonders moderne Varianten, farbig und mit geriffelten Stahl-Trittflächen ausgestattet, setzten häufig auf dieses Konzept.