Geheimes Wissen über Hengste & die beste Entspannungsmethode

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Nach mehr als 500 Buchseiten kann ich sagen: Mein Kopf ist voller Hengstdaten und Anpaarungs-Geheimtipps. Das Rezept vom verstorbenen legendären Ausbilder Herbert Rehbein, wie Einerwechsel gelingen, durfte ich auch aufschreiben. Nachmachen wird allerdings schwierig, warum, könnt ihr hier nachlesen.

Heute, heute, Jubelschreie, Trommelwirbel, habe ich die letzten Texte für das nächste Hengstbuch abgegeben. 

Kurze Einordnung: Das ist ein 500-Seiten-Wälzer, der alle zwei Jahre entsteht, namens "Ausgewählte Hengste Deutschlands". Mit einem riesigen Lexika-Teil (wie bei Quartetten, wo man Autos nach Werten ordnet, stehen da dann die Abstammungen und Lebensgewinnsummen und so). 

Was ich erfahren habe, so nebenbei:

...dass Dimaggio nicht etwa von einem Warmblutzüchter gezogen wurde, der das seit Jahrzehnten tut, sondern von einem Reiter, der sich Gedanken machte, wer zu seiner Stute passen könnte. Der mal ab und an ein Fohlen hatte, und heutzutage sehr erfolgreich Shettys züchtet. 

...dass For Romance veredelt (wenig überraschend) und auch ein gutes Hinterbein mitgibt, aber die Stute gut Schritt und Schulterfreiheit mitbringen sollte (ist das nicht super, so klare Worte vom Hengsthalter? Vorbildlich, damit können Stutenhalter was anfangen!)

Und dann habe ich noch in der Historie gewühlt und mit Leuten gesprochen, die in den 80ern und 90ern auf dem Grönwohldhof anzutreffen waren. Rehbein hat durchaus auch mal selbst auf Donnerhall gesessen, das war mir bisher nicht bekannt, und viele Leute erzählen, dass nur seine Frau im Sattel Platz nahm. Das war auf Turnieren auch so – aber zuhause saß Herbert Rehbein auch selbst mal drauf. Lieblingszitat aus dem Buch: Wie Ingo Pape mir erzählte, wie das Genie von Rehbein bemerkbar war. Da kamen Leute mit Problemen wie „der springt keine Einer“, und der Meister setzte sich drauf, oftmals rauchte er noch zuende, im Schritt, dann galoppierte er ein Ründchen, und ließ dann das Pferd die Einer springen. „Macht der doch!“ war die Ansage, und das scheint kein Märchen zu sein, sondern von solchen Erlebnissen berichten viele Zeitzeugen. Einfach jemand mit unglaublichem Gespür. Gern hätte ich ihn selbst erlebt.

Finde ich super spannend. Wer noch? Ist ja immer ein ziemlich gemischter Haufen hier, meine Blogleser, daher wüsste ich es wirklich gern, wer von Euch sich sowas ohne Ende anhören könnte (wie ich!). Vom Sportreiter bis zum reinen Bodenarbeiter ist alles unter den Lesern dabei. Und ich bin mächtig stolz darauf, dass Ihr einander lassen könnt – dass das nebeneinander stehen darf. Ist nicht selbstverständlich! 

Und außerdem: Bin ich jetzt echt urlaubsreif. Damit habe ich am Wochenende angefangen. Einfach nur ausreiten im Schritt. Eigentlich sollte es ein normaler Ausritt werdne, aber wir  haben übers Quatschen vergessen, schneller zu reiten. Gutes Indiz für Seele baumeln lassen, würde ich sagen. 

 

Tut so, so gut!

 

Also, wenn es stressig wird: Schnappt Euch das Pferd und geht ein bisschen bummeln. Sehr heilsam!