Interview: Philippe Karl über sein Pferd High Noon

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Philippe Karls nun elfjähiger High Noon ist der Star seines jüngsten Ausbildungsvideos. Wir haben mit dem Reitmeister über die Eigenheiten, die Herkunft und die Ausbildungsetappen seines Wallachs gesprochen.

Guten Tag Herr Karl, es ist nun Nachmittag, sie waren schon bei den Pferden. Was haben Sie denn heute mit High Noon gemacht?

Heute waren wir in der Halle, ich arbeite lieber draußen, aber es hat geregnet. Ich wärme High Noon immer eine halbe Stunde an der Longe auf mit vielen Übergängen und lasse ihn auch an der Longe viele Handwechsel und Figuren gehen. 

Interessant, welche Ausrüstung benutzen Sie eigentlich dafür?

Das Caveçon und keine Hilfszügel. 

Und dann geht es wie weiter?
Danach reite ich, wärme ihn weiter auf, in dem ich Übergänge aller Gangarten und Flexionieren dazu, auch die Seitengänge. Der Arbeitsschwerpunkt lag danach auf den fliegenden Zweier-Wechseln. Und zum Abschluss sind wir noch gesprungen, ganz klein.  

Gab es einen Schwerpunkt außerhalb bestimmter Lektionen?

Egal was ich mache, mein erstes Interesse gilt nicht der Lektion, sondern, dass das Pferd konstant leicht ist, egal, was ich reite. 

Was mag High Noon denn am liebsten? Hat er eine Lieblingslektion?

Er hat einen sehr schönen Schulschritt, und das zeigt er auch gerne und bietet es mir oft an, da muss ich aufpassen!

Wie sieht denn ein typischer Tagesablauf für Ihr Pferd aus?

Wir arbeiten morgens, mit aufwärmen und später noch einer kleinen Runde draußen reiten sind es anderthalb Stunden. Dann geht er in seine Paddockbox und nachmittags nehme ich High Noon noch mal an der Hand heraus. Mir ist es wichitg, viel draußen zu arbeiten, wann immer es möglich ist, sind wir auf dem Reitplatz und nicht in der Halle und gehen zudem so zwei, drei Kilometer ins Gelände nach der Arbeit. An manchen Tagen verlegen wir die ganze Arbeit ins Gelände oder ich lasse ihn Longe springen, das macht er schon ganz gut!  

High-noon-und-Philippe-Karl

Was für ein Typ ist High Noon charakterlich? 

Er  ist etwas dominant und lässt sich schon leicht durch Umwelteinflüsse ablenken. Daran arbeite ich, deshalb nehme ich ihn gern mit um ihm einfach etwas zu zeigen. Insgesamt ist er ist sehr nobel, irgendwie ein wenig wie ein Prinz. Als ich ihn das erste Mal sah, war ich direkt auf eine besondere Art berührt. 

Auf der Hansepferd haben Sie ihn zum ersten Mal gezeigt.

Ja, das war sein erster Auftritt und eine Herausforderung. Er war sehr nervös aber hat einen guten Job gemacht. Mal sehen, vielleicht bringe ich ihn dieses Jahr wieder mit zur Messe, aber nur, um ihn an die Umgebung zu gewöhnen, nicht, um ihn dort vorzustellen.  

Auch so ein Star hat ja ganz profane Bedürfnisse. Ist er eher der Apfel- oder der Möhrenliebhaber?

Möhren, ich habe tatsächlich immer welche mit dabei. 

Ihre Auftritte mit Odin sind für viele Reiter einmalig. Tritt High Noon in diese Fußstapfen?

Odin ist mit einer ganz bestimmten Zeit meines Lebens verknüpft: mit ihm war ich im Cadre Noir, ihn habe ich in ganz Europa vorgestellt. Das war eine besondere Zeit, die niemals wiederkommen wird. Odin ist die Nummer Eins, er war nun mal zuerst da. High Noon ist aber auch besonders. Ich habe ihn erst fünf Jahre, Odin war 15 Jahre an meiner Seite, das ist einfach noch etwas anderes. Was ich aber sagen kann ist, dass High Noon zu den vier, fünf talentiertesten Pferden gehört, die ich je ausgebildet habe.