Drei Lehrsätze, die Dein Reiterleben verändern

Ratschläge-für-das-Reiterleben

Als wir letztens bei Anja Beran mit dem pferdia tv Team waren, hing da ein seltenes Bild von Nuno Oliveira an der Wand. Keines, das man öfters schon mal gesehen hat. Ich fotografierte es, und schickte es per SMS an seine Enkelin Sara. Die freute sich und textete zurück: „He is just everywhere!“ 

Dieser Mann gehört zu den wenigen Koryphäen, auf die sich viele Pferdemenschen einigen können. Das, was er weitergab, ist auch schriftlich festgehalten. Zwei der für mich wichtigsten Zitate über Pferde stammen von ihm. Diese beiden, und eines von Gustav Steinbrecht, reichen eigentlich aus, um Ethik und Pferdesport auf einen Nenner zu bringen. Sie reichen als Nährboden für ein ganzes Reiterleben. 

Wir müssen noch Technik, Üben, lebenslanges Lernen hinzufügen. Die richtige Einstellung dazu, von Vernunft und Mitgefühl, die umreißen sie perfekt. 

I.

Ein Pferd auszubilden bedeutet nicht nur, dass man es zum Gehorsam erzieht, wie viele es meinen. Genauso wichtig ist es, dass das Pferd mit Freude macht, was man von ihm verlangt.

–  Nuno Oliveira  –

II.

(Ich) fordere ich die Reiter (…) auf, wenn sie nach einer Arbeitseinheit absitzen, ihr Pferd anzuschauen, in sich zu gehen und ihr Gewissen mit der Frage zu prüfen, ob sie sich wohlverhalten haben gegenüber diesem außergewöhnlichen Lebewesen, diesem bewundernswerten Compagnon – dem Pferd.

–  Nuno Oliveira  –

  III.

Wer wirklich ein Meister der Reitkunst werden will, muss deshalb neben vielen anderen guten Gaben auch vor allem so veranlagt sein, dass ihm schon die Bekämpfung von Schwierigkeiten an sich Vergnügen macht und seine Stimmung dadurch nicht nur nicht getrübt, sondern sogar gehoben wird.                                                  

–  Gustav Steinbrecht  –

Diese Zitate erinnern mich nämlich täglich daran, wie ich als Reiter sein möchte und leben möchte. Was genau daran für mich so wichtig ist, habe ich Euch hier unten aufgeschrieben.

I.

Feine Antennen behalten, wie das Pferd so drauf ist. Nicht aufgrund eigener Ziele darüber hinweg schauen, was da bei ihm abläuft. Nachdenken, ändern, neu starten. Pausen einhalten. Kleine Schritte arg belohnen. Glück aus den Momenten ziehen, an denen Dinge gemeinsam funktionieren. Nichts für selbstverständlich halten.

II.

Immer wieder mit sich selbst ins Gericht gehen. War ich fair? War das gerecht? Ist meine Reitweise fair? Mein Trainer auf dem Weg, den ich für mein Pferd fair finde? Nichts selbstverständlich abnicken. Nicht sich selbst, und nicht das Wort des Profis. Kritisch sein, aber auch genießen können: denn manchmal funktioniert dann einfach alles. So wie hier.  

III. 

Es ist völlig egal, auf welchem Niveau man reitet. Welches Problem da gerade ist. Wichtig ist, sich dem auf gute Art und Weise zu widmen. Nicht an Schritt 2, 3 und 4 denken, sondern genau den ersten, der gerade anliegt, sorgfältig anzugehen. Gutes, faires Reiten funktioniert auf allen Ebenen (genauso, wie schlechtes leider auch auf allen Ebenen zu sehen ist). 

Ach, bezüglich: „He is just everywhere!“ - das Bild von Nuno Oliveira hatte Anja Beran übrigens aus Australien geschickt bekommen.