Dreh mit Linda Tellington-Jones

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Drei Tage lang hat das pferdia-Team mit Linda Tellington-Jones gefilmt. Das Ziel: Mehr als 30 TTouches aufzunehmen. Diese besonderen Berührungen, die positive Auswirkungen auf Psyche und Gesundheit des Pferdes haben, sind heute schon das Vermächtnis von Linda Tellington-Jones. So entsteht in der pferdiathek ein Lexikon ihres Wissens, und jeder Pferdehalter wird dann im Film genau nachschauen können, wie der ein oder andere Touch ausgeführt wird - und zwar in Echtzeit und mit Nahaufnahmen.

Von diesen intensiven Drehtagen auf dem Heidehof Wolfsgrund in Norddeutschland ist Projektleiteirn Gudrun Braun immer noch beseelt: „Linda schafft es immer wieder, dass die Menschen um sie herum einen anderen Blick für die Pferde bekommen.“ Das gelte auch für sie selbst, auch nach zwanzig Jahren Zusammenarbeit mit der großartigen Pferdefrau.

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Stell' Dich nicht so an! 

„Sie zeigt immer wieder, dass wir über die kleinen Signale, die uns die Pferde geben, nicht hinweg gehen sollen. Zum Beispiel, wenn ein Pferd signalisiert, dass ihm das Bürsten zu hart ist – das sind so Sachen, da gehen wir im Alltag schnell drüber hinweg, sagen schnell „Ach, stell’ Dich nicht so an!“ Doch es wäre ja ein leichtes, das zu ändern. „Man merkt sofort, wie sich das Verhalten der Pferde den Menschen gegenüber verändert, wenn sie merken, dass der Mensch auf solche Anzeichen reagiert“, erzählt sie.

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Hier ist noch gut zu sehen, wie unwohl sich Estefania bei Berührungen in Ohrennähe fühlt. Das beidseitige Anbinden hat Linda Tellington-Jones kurz darauf geändert, sie mag es generell nicht so gern.
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Estefanias empfindliche Ohren 

Eindrücklich war das beim Dreh vor allem bei einer Schimmelponystute, die Berührungen am Kopf nicht mochte. Beim Trensen zum Beispiel mochte sie es nicht, wenn das Genickstück über die Ohren gezogen wird. Estefania, so der Name des Ponys wurde von Linda Tellington-Jones höflich behandelt – und das ist schon der erste Schritt zum Beheben des Problems. „Linda stellt sich den Pferden vor, indem sie ihre Hand zum Beschnuppern herhält  - und so lange wartet, wie das Pferd das mag.“ Dann testet sie sachte, wo und wie sich das Pferd gern berühren lässt. „Bis das Pferd Vertrauen fasst“ sagt Gudrun Braun. „Die Pferde verstehen schnell, dass da jemand kommt, der sanft ist, es entsteht sofort eine andere Verbindung!“ So konnte sie sich auch in den Kopf- und Ohrenbereich vorarbeiten. Am nächsten Tag machte sie schon Ohr-TTouches mit Estefania. Ohrttouches sind recht einfache Bewegungen, die auch Anfänger gut hinbekommen. 

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Die Technik für Ohr-TTouches - hilfreich auch bei Koliken!

- eine Hand hält das Pferd am Nasenriemen, die andere Hand umfasst das Ohr

- an der Ohrbasis beginnen

- das gesamte Ohr sachte in einem 1 1/4 Kreis bewegen, ganz leicht

- dann das Ohr außen mit der gesamten Hand ausstreichen

- wie schnell gestrichen wird, das kommt auf’s Ziel an: Schnelles Ausstreichen wirkt aktivierend und ist hilfreich bei Koliksymptomen, etwa um die Wartezeit bis der Tierarzt kommt, zu überbrücken. Langsames Ausstreichen wirkt wärmend.

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Wenn das Pferd nicht stille steht

Gute Erfolge waren auch bei einer Stute zu bemerken, die sehr ängstlich war und daher als Spitznamen im Stall „Feuerstuhl“ heißt. Linda Tellington-Jones empfahl dringend, den Namen zu ändern: Namen haben eine Wirkung auf Mensch und Pferd, und ein Name mit solcher Bedeutung löse die Erwartung aus, dass etwas passieren wird. Der Name der Braunen ist eigentlich „Daily Fun“, das klingt ja direkt viel positiver. Mit ihr arbeitete Linda Tellington-Jones intensiv, bis sie auch die Beinabeit zu ließ. Der recht komplizierte Griff mit beiden Händen ans Bein namens Oktopus tat ihr dann später sichtlich gut. Wie dieser genau aussieht, ist dann ab Herbst in der pferdiathek zu sehen.

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