5 Missverständnisse bei der Arbeit am Langzügel

In-der-Wiener-Hofreitschule

Andreas Hausberger arbeitet als Oberbereiter an der Spanischen Hofreitschule in Wien. Zwei seiner Spezialitäten sind die Arbeit am Langen Zügel und an der Hand. Kunden, oft internationale Sportreiter, suchen bei ihm Rat, um die Piaff-Passage-Arbeit vom Boden aus zu verbessern. Wir wollten von ihm wissen, welche Missverständnisse die häufigsten bei dieser Arbeit sind.

1. Die Sache unterschätzen

„Bei mir oder in der Hofreitschule sieht die Arbeit am Langzügel so leicht aus. Dann denken viele: das kann ich auch, und probieren einfach mal“, erzählt Andreas Hausberger. Diese Methode wird häufig unterschätzt – und dann geht es schief. „Gerade die Handarbeit oder die Arbeit am langen Zügel erfordert so viel Selbstbeherrschung, Einfühlungsvermögen und ein unglaublich fein gerittenes Pferd.“

2. Die Reihenfolge verdrehen

Haben Sie das letzte Zitat von Andreas Hausberger genau gelesen? Er erklärt hier nämlich die Reihenfolge der Ausbildung: vor der Arbeit am Langzügel muss das Pferd bereits fein geritten sein. Junge Pferde werden an der Hand parallel zur Ausbildung im Sattel geschult, nicht aber am Langzügel. 

3. Eine ungünstige Position

Die Distanz zwischen Mensch und Pferd ist entscheidend. „Viele denken: wenn sie eine Halbdistanz zum Pferd haben, ist das für die Arbeit am Langzügel genau richtig. Doch das ist falsch!“, sagt der Oberbereiter. „Entweder der Ausbilder geht ganz nah hinter dem Pferd, mit Fäusten, die die Krupp' berühren. Oder er geht so weit vom Pferd entfernt, dass falls das Pferd schlägt, es den Menschen nicht erwischen kann. Nur diese beiden Distanzen sind hilfreich!“ 

4. Den eigenen Körper nicht kontrollieren

Essentiell, um die Hilfen am Langzügel richtig zu geben, und das Pferd vom Boden aus korrekt zu begleiten, ist, sich selbst genau zu beobachten. Vom Boden aus gilt nicht weniger als auch im Sattel: Der Mensch muss seine eigene Körpersprache unter Kontrolle haben.

5. Die Körpersprache des Pferdes nicht lesen können

„Wenn ich die Körpersprache des Pferdes nicht lesen kann, werde ich in der Langzügelarbeit nie erfolgreich sein, niemals“, sagt Andreas Hausberger. Weil: der Ausbilder muss erkennen, ob das Pferd korrekt durch und mit seinem Körper arbeitet, und in welcher Verfassung es ist. „Die Dressur ist für das Pferd da, nicht umgekehrt.“ 

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