Morgens im Wald

Ausritt-in-der-Morgendämmerung

Motivation für das Wochenende  

Hoch auf den kleinen Weg zum Wald. Ganz gleichmäßiger Rhythmus, der wiegende Schritt, auch mit Kopfschmerzen so angenehm. Zu zweit sind wir unterwegs, und sprechen kein Wort. Es schaukelt, das Pferd. Mein Becken rollt seitlich-vor-zurück, seitlich-vor-zurück. Ohren gespitzt, war da ein Reh? Es ist eiskalt, Raureif noch überall auf den Wiesen, der Atem ist sichtbar, weißer Dunst steigt auf. Eine Pfütze hat noch einen Eisrand. Es soll doch Frühjahr sein, in wenigen Tagen. Kaum vorstellbar.  Jetzt hier, mit Winterhandschuhen, Wintermantel. 

Vor uns der Wald, rechts die Schafherde. Sie ist wieder da, jedes Frühjahr kommen sie. Schmutzigweiße Pompons, zu hunderten über die Wiese verstreut. Ein Blöken hier und da, fünf Kleine liegen zusammengekuschelt beieinander, drei Jungtiere versuchen an  nur einem Muttertier zu trinken. Lämmer mit grauer Maske und dunklen Beinen, Lämmer mit hellrosa Haut um Augen und Maul, die aussehen, als ob sie gerade aus der Waschmaschine oder dem Spielzeugregal genommen wären.

Der erste Trab, und es fühlt sich an, als ob der Motor meines Pferdes da unter mir langsam aber sicher in Schwung kommt. Sie prustet, tritt voran, ich sehe manchmal ihre Beine vorschwingen, sie tuachen vor der Schulter auf, sie liebt das, macht große Tritte. Die Mähne des Isis neben mir wippt ganz anders, scheinbar durch jede Haarspitze, in kleineren, schnelleren Wellen. Klack-Klack-Klack höre ich seine Hufeisen. Beide Pferde laufen nebeneinander, Öhrchen nach vorn. Großes, breites Grinsen. Im Gesicht und im Bauch. 

Auf dem Nachhauseweg ist die Sonne gelb-warm geworden. Doch noch eine Ahnung von echtem Frühlung heute. Obstbaumäste vom Pferd aus vom Baum abgebrochen. Wäre sonst nicht drangekommen. Pferd bleibt schön stehen. Die Schafherde läuft direkt drei Meter vor unseren Füßen blökend vorbei. Pferd bekommt Angst. Bleibt dann doch gelassen stehen, vertraut. Wir schauen der Herde nach, wie sie zur nächsten Weide weiterzieht. Gute Übung. Noch zwei, drei Runden in der Sonne auf dem Platz geritten und Pferd zeigte sich von seiner Zuckerseite. Sehr glücklicher Mensch. Sehr stolz aufs Pferd.

Genießt das Wochenende und Euer Pferd! Macht es Euch schön!

P.S.: Kann ein Ausritt schöner sein? Kaum – oder, stimmt gar nicht, doch! Letztens war ich mit dem Kind das erste Mal ausreiten. Sie auf dem Shetty meiner Freundin als Handpferd, ich mit Fee. Dabei hatten wir einen Stoffbeutel zum Moos sammeln. Für Ostern. Zwischendurch haben wir immer mal wieder Pause gemacht und  meine Kleine ist vom Pony geklettert, ist zwischen den Bäumen umhergegangen und hat Moos in die Tüte gestopft. Ich habe mit den beiden Pferden gewartet. Schöne Übung, für alle! Fotos vom Moos sammeln gibt es auf unserer facebook-Seite, HIER. Weshalb ich erst dachte, mein Kind wird nicht reiten und warum es das jetzt doch tut (puh!), habe ich im Blog HIER aufgeschrieben.