Wie Du nach Rückschlägen wieder zum Pferd findest

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Mentaltraining: Ob Krankheit oder Misserfolg, es gibt Situationen, die wirklich frustrieren können. Wie Du zu neuer Stärke und neuer positiver Kraft findest - trotz allem! Ich habe in letzter Zeit viel über mein WFFS-Fohlen geredet. Das gestorben ist, wegen dieser Genkrankheit. Auf Facebook, auf Instagram. Ich möchte dazu noch was sagen, was gar nichts mit der Krankheit an sich zu tun hat. Sondern damit, was man mit so schrecklichen Erlebnissen im Leben tut. Schrecklich war es, das Fohlen hatte Hautrisse aus dem Nichts, es wurden immer mehr, es hat geschrien, als wir es einschläfern mussten. Das war furchtbar.

Es ist ein Fakt: Leben und Tod liegen nebeneinander.

Doch: Ich würde jederzeit wieder ein Fohlen ziehen. Nur weil etwas Schlimmes passieren kann, verbiete ich mir diesen Wunsch nicht. Das ist mir wichtig zu sagen, weil viele Reaktionen vor allem darauf abzielten, zu sagen, wie traurig das Erlebnis doch sei. Ja, das war es. Aber das ist egal, nachher! Ich kann nur leben und spüren und genau das machen im Leben, was ich machen möchte, wenn ich keine Angst habe. WFFS wird mir natürlich nicht mehr passieren – ich werde immer testen lassen in Zukunft. Aber es gibt natürlich noch hunderttausend andere Möglichkeiten, was bei einer Pferdegeburt schief gehen kann. Jede Geburt gefährdet das Leben von Stute und Fohlen, von Mutter und Kind. So ist das eben. Neues Leben und Tod sind nah beieinander, immer.

Bei den Pferden ist es nicht anders, als bei den Menschen

Bewusst geworden ist mir noch mal, wie sehr ich dieses Verletzlich-Sein immer wieder wählen möchte, als ich mich mit jemandem vor ein paar Tagen über menschliche Beziehungen unterhielt. Es ging um zwei Freunde, die nicht so richtig wissen, ob sie noch welche sind, aktuell. Ich nenn’ sie mal Person Eins und Person Zwei. Beide sprechen aktuell nicht miteinander und es ist jammerschade, denn sie sind beide großartig und waren ein hervorragendes Team. Person Eins sagt: „Ich bekomme es emotional nicht auf die Kette, mit Person Zwei weiter befreundet zu sein.“ Deshalb wählt Person Eins den Weg von Distanz und Abstand. Es wäre zu viel Enttäuschung da. Person Zwei sagt: „Warum meldet Person Eins sich nicht? Ruft nicht zurück? Versteh' ich überhaupt nicht, was das soll.“ Typischer Fall von falsch gelaufener Kommunikation. Und von: Ich lauf’ weg, wenn es zu sehr an meine Gefühle geht. Was die beiden da machen, kann ich nicht beeinflussen. Aber eine Lehre für mich selbst daraus ziehen: Ich möchte mich nicht verstecken oder den Umgang mit jemandem, der mir eigentlich wichtig ist, vermeiden, weil es weh tut. Immer wenn etwas Wertvolles entsteht, werden wir verletzlich. Nähe macht verletzlich. Ertrage ich das nicht mehr, verpasse ich ganz schön viel im Leben.

Dreck fressen gehört dazu

Das gilt für menschliches Miteinander genau so wie für die Tiere. Ich möchte ganz laut JA sagen zu: Wieder ein Hund, wieder ein Pferd, wieder ein Pony, wieder irgendwann ein Fohlen (das jetzt in meinem Fall, denn all diese habe ich in der letzten Zeit gehen lassen, wissen ja die meisten von Euch). Das, was mich berührt im Leben, ist es wert, durch Dreck zu waten. 

Wann es wieder gut wird

Ok, sagen wir: Ab und zu. Denn ab und zu braucht man auch Zeit zu genesen. Aber es kommt wieder anders, besser, schöner, gut!; und das lohnt sich dann so sehr. Bedeutet nicht, dass ich das immer großartig selbst hinbekommen würde. Im Gegenteil, ich habe auch verkorkste Ecken in meinem Leben und es ist oft echt anstrengend, da durch zu gehen, ob in menschlichen Beziehungen oder bei den Tieren. Aber wenn es mir wichtig ist, wenn es mir nah ist, dann haue ich nicht ab. Das nicht. Denn ich möchte nicht mit angezogener Handbremse durch das Leben laufen.

Nicht bei Menschen, nicht bei den Pferden.

Warum machen wir das alles denn sonst hier auf dieser Erde? Heart wide open! Alles andere lohnt sich nicht. #heartwideopen ist übrigens der Hashtag dafür. Für immer wieder neu da sein für das, was das Leben erst lebenswert macht.