Die ultimative Lösung gegen schlechtes Wetter beim Reiten

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Besser als eine Regendecke: Wie Du im Herbst dem Wetter trotzt. Das Rezept wirkt sofort und anhaltend. Versprochen. Lass mich kurz erklären, wie ich darauf gekommen bin.

Wann hast Du das letzte Mal überlegt, wegen dem Wetter nicht zu reiten?

Das war das ekeligste Wetter seit langem heute. Es regnete in Strömen und wie jeder von uns, der Tiere hat, musste ich raus. Mit dem Hund, zu den jungen Pferden und dann noch mit zwei Ponys und Kindern losfahren, um an einem anderen Stall zu üben.   Hatte ich da Bock drauf, im strömenden Regen? Nö. Habe ich überlegt es zu lassen? Nö. Hat mir das die Laune verdorben? Fast. Ich hab nur kurz, ganz kurz darüber nachgedacht und mich dann an etwas erinnert.  

Reiten im Regen

An den britischen Langmut. Genau den braucht man nämlich in solchen Momenten. Ich konnte ihn gerade erst wieder bewundern. Ich war eine Woche in England, auch bei Pferdeleuten, und habe zugesehen, wie sie da im Regen auf dem Springplatz trainierten. Oder nebenan auf dem Dressurviereck oder auf der Geländestrecke. Reiter, der Trainer selbst und die Besitzer der Pferde: Alle standen sie im strömenden Regen. Reiter und Trainer konzentriert. Die Besitzer des einen Pferdes, das da gerade wahrlich gute Runden ablieferte, kamen aus dem Strahlen nicht mehr heraus, während ihnen Regentropfen über rote Wangen auf eigentlich heller Haut liefen.  

Besser als Outdoor-Pferdedecken

Ich finde das beachtlich. Wir Deutschen hätten über das Wetter anhaltend geschimpft und ich bin mir sicher, dass viele Trainer bei so einem heftigen Regen abgebrochen hätten. Oder wenigstens das Training sofort in die Halle nebenan gelegt hätten. Hier nicht. Hier war das Wetter eben Wetter, das wir eh nicht beeinflussen können und damit basta. Wohlgemerkt: Das war in einem Trainingsstall, der von jemandem geführt wird, der wirklich oben an der Weltspitze agiert (ich darf leider noch nicht mehr dazu sagen – außer vielleicht, dass ihr ihn aus Lehrvideos von wehorse kennen könntet).  

Es erspart eine Menge Ärger

Das ist eine tolle Einstellung, einfach den Regen Regen sein zu lassen und da nicht mehr drüber nachzudenken. Einfach weiter zu machen. Denn es erspart einem inneren Ärger. Warum darüber aufregen, wenn man es nicht ändern kann? Warum nicht springen, wenn der Boden doch gut ist? Nur, weil man hinterher nass ist?  

Mit dem Pferdeanhänger zum Training

Keiner von den Reitern konnte übrigens vom Sattel aus zur Tasse Tee oder in die Wanne flüchten. Sie waren alle extra mit dem LKW angereist, hatten mehrere Stunden Fahrzeit nach dem Training vor sich. Aber das Reiten war eben so wichtig, dass es absolut und völlig egal war, ob man dabei nass wurde oder nicht.  

Ohne Reithalle im Winter trainieren

Ich finde, das ist der perfekte Einstieg in den Herbst: Machen, egal, was da draußen einem ins Gesicht tropft. Denn, so ist es nun mal: So weit sind wir jetzt, wettertechnisch. Wir werden jetzt alle die Deckenvorräte wieder aufstocken (ich habe schon zwei Null-Gramm-Decken und 50-Gramm-Decken in Gebrauch!), wir werden unsere Jacken wieder brav anziehen und Gummischuhe und –stiefel bereit liegen haben. Wir werden wieder umdecken, eindecken, scheren und uns in Schichten von Jacken schmeißen.   Aber eins kann uns weder das Schmuddelwetter noch die Kälte nehmen: Einen guten Ritt. Wir müssen ihn einfach nur machen, komme, was wolle.   Was ich in dieser Woche bei den Briten noch gelernt habe, könnt ihr auf meinem Blog a life with horses nachlesen. Da geht es auch um Gebisse für empfindliche Mäuler, Glitzer und Nicht-Glitzerzaumzeug und altes Pferdekennerwissen.
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