Mit Kastanien Pferdedecken waschen

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Am Anfang wollte ich das einfach nur mit meinen Pferdesachen testen. Ich hatte gelesen, dass man mit Kastanien Wäsche waschen kann, und dachte: „Hey, was ist dafür als Test geeigneter als Pferdedecken, also Schmutz, Talg, Haare?“ Sagen wir so: Das Ding ist ziemlich ausgeufert. Während ich das hier schreibe, läuft die fünfte Waschmaschine mit Kastanien-Waschmittelfüllung.

Also: Das Waschen mit Kastanien soll funktionieren, weil in ihnen der Wirkstoff Saponin enthalten ist, denn der soll den Schmutz lösen.  Ähnlich funktioniert das bei den Waschnüssen aus Indien, die sind vielleicht dem ein oder anderen geläufig.  Viele Bio-Versandhäuser haben diese Nüsse im Programm. Nicht gerade regional, und ob das langfristig gute Folgen für die ärmere Bevölkerung Indiens hat, diese Nüsse zu exportieren, sei mal dahin gestellt.

Wenn das Ganze jedoch mit Kastanien geht, dann finde ich das eine richtig gute Idee. Schließlich haben wir die ohne Ende vor der Haustüre liegen! Ich schnappte mir also meine Fee und zog los. Kastanien sammeln im schönsten Herbstwetter. Wunderbar! Pro Waschladung braucht man so acht Kastanien, ich sammelte viel mehr, das ging ganz flott.

Bis dahin war das leichtes Spiel. Dann zuhause: Sortieren. Wir hatten auch noch Hagebutten zur Deko mitgebracht. Nur fürs Haus, denn wie Ihr ja wisst, siehe hier, Fee frisst die ja nicht, egal, wie gesund sie sein sollen. 

Hart ist gar nix dagegen

Acht Kastanien vierteln, klingt einfach. Mmmmh. Ich habe unser schärfstes Messer genommen, aber selbst das hatte seine Mühe mit den Kastanien. Also: nicht unterschätzen, diese Dinger! Die Schale ist echt hart. Am besten einmal reinpieksen, und dann erst durchschneiden. Je frischer sie sind, desto einfacher. Das war es aber auch schon an Mühe. Wer es gern in Bildern sehen möchte, kann das hier auf dem Blog tun.

Nach dem Vierteln der Kastanien einfach 300 ml lauwarmes Wasser darauf geben. 24 Stunden warten, und die entstandene Lauge als Waschmittel nutzen (meint: Kastanien raussieben, nicht in die Maschine schütten!).

Ich habe zwei dreckige Schabracken als Test genommen, und siehe da: es wurde sauber! Allerdings rochen sie nach der Wäsche, vor allem im nassen Zustand,  nach Pferd.

Mit Teebaumöl

Trocken ging es, da war der Pferdegeruch verflogen. Aber ich hatte eine Idee: Für meine zweite Testladung habe ich Teebaumöl (15 Tropfen, aber das war echt zu viel!) in so eine Portion Kastanienlauge gegeben. Das funktionierte geruchstechnisch viel besser. Die Schabracken rochen nass nicht nach Pferd, sondern eben nach Teebaumöl. Aber auch das nicht wahnsinnig penetrant. Trocken war das Teebaumöl nur noch zu riechen, wenn man ganz nah an der Decke schnuppert – und wer macht das schon.

Achtung, die Waschmaschine!

Google spuckte übrigens noch andere Lösungen dafür aus, Gerüche in der Wäsche auf natürliche Weise los zu werden. Zum Beispiel Essig dazugeben (davon gehen die Waschmaschinengummis kaputt, also nicht gut), eine halbierte Zitrone in einem Säckchen dazugeben (heftiger Zitronenverbrauch, wenn man so ungefähr 5x die Woche wäscht), Duftöl dazugeben, oder ein Silbertuch in die Waschmaschine legen (könnte man testen!). Ich fand Teebaumöl am besten, weil es ja auch eine desinfizierende Wirkung hat. Obwohl ich vermute, dass es in dieser schwachen Konzentration eher so ein Ding von dran glauben ist, als dass es wirklich etwas bringt. Egal – es roch besser damit!

Mit diesem Rezept funktioniert das Waschen von Pferdesachen:

  • 8 Kastanien sammeln für eine Waschladung
  • nehmt ganz frische Kastanien, ältere sind sehr schwer zu schneiden
  • vierteln
  • 300 ml lauwarmes Wasser darüber, 24 h stehen lassen
  • durch ein Sieb schütten (Kaffeefilter geht nicht!)
  • ein paar Tropfen Teebaumöl dazu geben
  • Wäsche mit diesem Sud in der Maschine waschen

Das funktioniert also. Finde ich gut! Nur: Was tun, wenn die Kastaniensaison vorbei ist? Ich habe auf Vorrat gesammelt, und habe mir die größte Portion von meiner Nachbarin klein mahlen lassen (Dankeschön!). Kastanien sind echt hart, das funktioniert nicht mit so einem normalen Pürierstab. Sie hat so eine kann-alles-kochen-und-zerkleinern-Küchenmaschine im Wert eines halben Sattels, den jede Landfrau im Haus stehen hat (nur ich nicht als Anti-Koch). Alternativ für Stadtmenschen tut es auch so ein Powermixer, der eher bei Smoothie-liebenden Leuten herumsteht.

So wird’s haltbar

Danach einfach das Kastanienmehl  im Backofen bei 50 Grad ein paar Stunden trocknen. Zwei Esslöffel davon kann man benutzen wie die geviertelten Kastanien, also Sud ansetzen, und dann verwenden. Das schäumt übrigens noch stärker als bei den geviertelten Kastanien. Das Einzige, was in meiner normalen Wäsche nicht rausgegangen ist mit den Kastanien, war ein Kürbissuppenfleck auf einem Handtuch. Der muss noch mal in die 60 Grad Wäsche (ich habe mit niedrigerer Temperatur gewaschen), aber ansonsten hat es wirklich super funktioniert. Für die normale Wäsche habe ich übrigens Lavendelöl genommen, roch gut.

Davon, das man mit Kastanien waschen kann, habe ich übrigens zuerst auf dem DariaDaria-Blog (hier) gelesen, den ich grundsätzlich super empfehlenswert für alle finde, die Lifestyle und Umweltschutz kombinieren möchten.

Resumée

Also: Das war einfach, und es hat funktioniert. Kastanienmehl steht bei mir jetzt direkt neben der Waschmaschine. Aber nicht dogmatisch. Ich werde auch immer mal wieder auch normales Waschpulver zu benutzen, wenn ich noch mal was anderes riechen möchte als Teebaum- oder Lavendelöl.