Interview: Wie Reiner und Ingrid Klimke zu pferdia-Autoren wurden

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Eine der Stamm-Autorinnen von pferdia tv und der pferdiathek ist Ingrid Klimke. Die Zusammenarbeit zwischen der Filmfirma und der Familie Klimke ist besteht schon seit vielen Jahren - sie begann mit Ingrid Klimkes Vater, Dr. Reiner Klimke.  Ein Gespräch mit pferdia-tv-Chefin Inge Vogel über die Anfänge dieser Filme, den ersten Star des Pferdefilms, Just Paul, und neue Projekte in 2017.

Die erste Begegnung mit der Familie Klimke liegt schon etwas zurück, richtig?

Ja, das war vor ungefähr zwanzig Jahren mit Vater Dr. Reiner Klimke. Seine Frau Ruth Klimke hatte für eine ganze Mannschaft Suppe gekocht, weil sie ein großes Filmteam erwartete, wie sie das bisher gewöhnt war. Doch es kam nur mein Mann Thomas, und die Klimkes waren sehr überrascht, die konnten es gar nicht fassen! 

Aber sie waren dann später doch von seiner Arbeit als Ein-Mann-Kamerateam überzeugt? 

Ja, Thomas ist ja auch ein Pferdefachmann, er hat viele Jahre als rechte Hand von Hans-Joachim Köhler gearbeitet. Das machte alles einfacher, den ganzen Dreh, weil Thomas einfach weiß, worauf es ankommt. Es passte sofort zwischen den Klimkes und uns. 

Um welchen Film ging es da?

Das war „Dressur im Detail“, eine dreiteilige Reihe, die wir für Waldhausen produziert haben. Der Film ist heute als DVD über pferdia zu beziehen, in der pferdiathek ist Reiner Klimke mit der Reihe „Die Dressurausbildung“ zu sehen.

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Wann starteten die Filme mit Ingrid Klimke?

Im Jahr 2000 haben wir einen Cavaletti-Film mit ihr gedreht. Etwas später hatte ich die Idee, einen Film über die Grundausbildung zu machen, passend zu ihrem Klassiker-Buch „Grundausbildung des jungen Reitpferdes: Dressur Springen Gelände“. Ingrid fand die Idee auch prima. 

Doch es dauerte vier Jahre, bis daraus tatsächlich etwas wurde, richtig?

Jedes Jahr im Februar rief ich sie an und fragte, ob wir das Projekt starten wollen. Sie hat unheimlich viel zu tun, es ging nie. Das ist ja auch eine riesige Aktion, man braucht die passenden Pferde und es muss sich in den Turnierplan einfügen. Im Frühjahr 2009 sagte sie endlich: „Wir machen das!“ Gudrun Braun hat die Reihe redaktionell betreut.

Wie muss man sich das denn vorstellen, so einen Drehablauf?

Das ist durchgetaktet: Die Pferde müssen zu einer bestimmten Uhrzeit fertig sein, und um zum Beispiel Bilder vom Ausreiten zu machen, rollen dann zu einer fixen Uhrzeit 10 Pferdeanhänger auf den Hof, die mit heraus gehen. Das nächste Pferd, das gefilmt wird, wird schon vorbereitet, während wir noch den Ausritt filmen. Das ist einfach wirklich eine riesige Aktion. Da muss man schon hinter stehen. Und wenn Ingrid Klimke etwas zusagt, dann nimmt sie es auch ernst!

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Wie hießen diese ersten Filme mit Ingrid Klimke?

Das ist die Reihe „Grundausbildung für Reitpferde“. Wir haben aus dem Filmmaterial dieses Jahres 2009 drei Teile gemacht, und als sie fertig waren, hat Ingrid Klimke in ihrem Wohnzimmer eine kleine Premierenfeier veranstaltet. Paul Stecken war auch da, ihre Familie, Freunde und Mitarbeiter.

Wie muss man sich das vorstellen?

(lacht) Alle mussten sich die 270 Minuten Film komplett ansehen, darauf bestand Ingrid. Aber ansonsten war es sehr schön und locker! Es gab feines Essen, und in dieser Familie herrscht eine gute Stimmung, es ist sehr familiär, sie unterstützen sich alle, Mutter Ruth Klimke, Ingrids Geschwister mit ihren Familien und natürlich Andreas Busacker, ihr Mann.

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Richtig berühmt wurden ja später die Filme mit Just Paul, richtig?

Ja, zunächst filmten wir sie mit Dresden Man und später startete die große Reihe mit Just Paul. Wir von pferdia hatten da gerade unsere facebookseite gestartet. Unser Plan war, die komplette Just Paul Ausbildung dort zu zeigen. So machten wir das auch, 2011 war das. Wir fuhren immer wieder zu Ingrid Klimke, um Fortschritte zu dokumentieren.  

Just Paul wurde der erste Facebookstar unter den Pferden.

Ja, er ist wirklich berühmt geworden dadurch. Vierjährig hatte er auf Turnieren schon eine riesige Fangemeinde! Obwohl er ja einfach nur ein gutes junges Pferd war, das geradeaus gehen konnte. Er war einfach sympathisch.

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Später gab es Just Paul auch auf DVD, jetzt natürlich auch in der pferdiathek.

Wir haben kleine Filmstücke auf facebook gezeigt, aber viele Menschen auf facebook wollten diese auch gesammelt als DVD haben. Die Zuschauer haben auch verstanden, dass wir nicht alles umsonst anbieten können, auch wenn wir gern Filmausschnitte öffentlich zeigen.

Der Braune war irgendwann nicht mehr zu sehen. Viele Fans fragen sich, was aus Just Paul wurde.

Er ist in die Schweiz zu einer sehr netten Reiterin verkauft worden, zu der Ingrid Klimke immer noch regelmäßigen Kontakt pflegt. Übrigens werden wir über sein neues Leben in 2017 im Magazin der pferdiathek berichten. Denn die Frage danach, was aus ihm geworden ist, die kommt häufig. Also schauen wir nach.

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Aktuell werden ja ganz viele Jungpferde von Ingrid Klimke von pferdia tv im Film begleitet.

Ja, wir filmen alle vier Wochen bei ihr die Fortschritte von Soma Bay, Königssee und Firlefranz. Die Filme zu Nachwuchspferd Firlefranz wird es 2017 auch erstmals zu sehen geben. Soma Bay und Königssee sind den Zuschauern ja schon gut bekannt! 

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Bis zu seinem Tod in diesem Jahr war er immer wieder als Mentor an Ingrid Klimkes Seite zu sehen: Paul Stecken, rechts im Bild.

Gibt es noch mehr Filmprojekte mit Ingrid Klimke, auf die wir uns freuen können?

Ja, wir machen einen Film mit Ingrid Klimke und Malin Hansen-Hotopp wie Kinder sicher im Gelände reiten. Und es gibt noch ein ganz Wunderbares: Wir haben das erste Ingrid-Klimke-Symposium gefilmt und werden den Film dazu Anfang des Jahres in die pferdiathek einpflegen. Das war sehr schön, ein Höhepunkt war sicherlich die Vorführung von Braxxi auf Halsring, der immer fit und gut dabei ist. 

Gutes Schlusswort! Denn heute zeigen wir von den Filmaufnahmen des Ingrid Klimke Symposiums schon mal einen Ausschnitt im Magazin – viel Freude damit!