Reiten ist so leicht, Part I: Superstreng und Superlustig

Ausbilderin-Anja-Beran

Drei Ausbilder in vier Tagen: Ein Hammerprogramm war das. Erst war ich zwei Tage mit pferdia tv bei Anja Beran zum Drehen. Danach habe ich zwei Ausbilder besucht, die schon lange auf meiner Wunsch-Liste stehen. 

Jetzt sitz ich hier, randvoll mit Bildern und Szenen von guten Pferdeleuten und tollen Pferden. Die besten Momente: 

Anja Beran, wie sie mit ihren Eleven in der Halle reitet, und jeder für sich konzentriert sein Pferd arbeitet. Leises Schnauben, ein gesprochenes Lob. Sie lächelt, wenn ihr älterer Schimmelwallach eine Übung vorweg nimmt. Freude über den Eifer des ü-20-Pferdes. 

Kathrin Roida, wie sie ihre jungen Pferde arbeitet, strahlend und die Ruhe selbst. Wie sie im schönsten Entlastungssitz ihren dreijährigen For-Romance-Sohn durch die Halle traben und galoppieren lässt. Wie er zuvor kurz durch die Halle laufen durfte, ohne Reiter, und auf einen leisen Pfiff zu ihr in die Mitte kommt. 

Philip Lehnerer, der es schafft, seinem Pferd genau den Glanz in den Augen zu erhalten, diese völlige Unversehrtheit, wie sie Jungpferden eigen ist. Der am Boden bloß durch eine Schulterdrehung sein Pferd vom Schulterherein ins Travers schickt. Dessen Pferd kein Material-Kracher, jedoch mustergültig bemuskelt ist. Wenn das Pferd ein Spiegel des Menschen ist, dann ist dies ein blank geputzer, heil gebliebener Spiegel. 

Wenn diese drei Ausbilder neben aller Technik und Pferdeliebe eines eint, dann ist sind es zwei Eigenschaften: Lachen können und streng sein. BEIDES. Nämlich: Superstreng sein, wenn es um korrektes Arbeiten geht. Superlustig sein, sogar in der Arbeit, und erst recht in kleinen Pausen. Dieses Rezept dieser inneren Grundhaltung, um sich stetig selbst zu verbessern, um an Nuancen zu feilen und um exzellente Pferde auszubilden, ist sehr simpel: 

  1. Superstreng sein:
    Ganz klar sein in der Aufgabenstellung und Kommunikation. Einen logischen Ausbildungsweg kennen, sich immer weiter bilden, und ein Köfferchen voller Ideen dabei haben, falls es nicht so läuft wie gedacht. Keine faulen Kompromisse eingehen. Kein ‚ach, das geht schon’. Im Thema bleiben, mal ausdiskutierend, mal mit einem geschickten Schlenker versehen, bis das gewünschte Ergebnis da ist. Im Moment sein und ganz beim Pferd sein: Das meint superstreng. 
  1. Superlustig sein:
    Kein ewiges Grübeln im Sattel, keine Vorwürfe, kein Hadern während der Arbeit mit dem Pferd. Wenn etwas schief läuft, es wahrnehmen und ohne negative Emotion weitermachen, ganz gelassen. Sachen einfach mal weglachen, der Sache den Ernst nehmen (das gibt nämlich den Raum um klug auszubilden, klug zu reagieren und sich nicht verrennen). Eine augenzwinkernde Bemerkung zwischendurch. Lockerbleiben: Das meint superlustig.

Aufgabe für’s Wochenende: Schön streng und schön lustig sein. Erste Voraussetzung erfüllt, um auf gute Art mit seinem Pferd Zeit zu verbringen. Habt Freude daran & an diesem Wochenende!