Eine Herzenssache: Reiter für Afrika

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Friederike Heidenhof hilft mit der Aktion „Reiter für Afrika“ Kindern in Tansania. Die Co-Autorin von Uta Gräf schafft damit Perspektiven: Slumkinder erhalten Schulbildung, Nahrung und später eine Berufsausbildung. Wie sie diese Aktion aus dem Boden stampfte, was in alles getan wird und wie man als Reiter mithelfen kann: Darüber haben wir mit ihr gesprochen. Plus: Spendenaktion von pferdia tv für jeden gekaufen Uta Gräf Film!

Friederike Heidenhof, wir kennen Sie als Co-Autorin von Uta Gräfs Büchern. Seit Jahren engagieren Sie sich zudem bei 'Partnerschaft für Afrika', jetzt gibt es die angeschlossene Aktion 'Reiter für Afrika'. Wem genau helfen Sie in Tansania?

Wir helfen mit Partnern vor Ort Kindern und Jugendlichen, die benachteiligt sind. Die in Slums leben, die keine Eltern haben oder kranke Eltern haben. Häufig leben die Kinder nur mit ihrer Mutter, die an HIV erkrankt ist. Oder die Kinder sind ganz auf sich alleine gestellt. Es gibt 14jährige, die allein für ihre kleineren Geschwister sorgen.

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Sie sind selbst Gründerin und geschäftsführender Vorstand, haben also einen sehr guten Überblick. Wie viele Kinder unterstützen Sie momentan?


Wir haben drei verschiedene Schwerpunkte, grob könnte man sagen: Mehr als zehn Kinder haben wir schon von der Schul- bis zur Berufsausbildung unterstützt. In der Schule und im Waisenhaus betreuen wir momentan zwischen 300 und 400 Kinder.

Welche Schwerpunkte sind das denn genau?

Zum einen gibt es das Slumkinder-Programm, das ist ein HIV-Programm. Diese Slumkinder kennen wir persönlich, wir unterstützen sie in ihrer Familie. Vor Ort kümmert sich Schwester Agreda ganz aufoperungsvoll um sie. Dann gibt es noch ein Waisenhausprojekt für die Kinder, die keiner der Verwandten versorgt. Wir finanzieren ihnen die Schulgelder und das Dach über dem Kopf. Das Waisenhaus ist von einer tansanischen Familie gegründet worden, und es ist schon von Anfang an mit Geld aus dem Reitsport unterstützt worden.

Können Sie uns etwas über diese tansanische Familie erzählen?

Ja, sie haben selbst vier Kinder, der Vater ist Bauunternehmer, und Nachbarn brachten ihnen das erste Waisenkind, das sie bei sich aufzogen. Dann kam das zweite und dritte hinzu, und es wurden immer mehr. Weil sie wollten, dass die angenommenen Kinder eine genauso gute Schulausbildung bekommen, wie ihre eigenen Kinder, aber Schulgelder für 35 Kinder zu zahlen schlicht unmöglich war, haben wir mit ihnen eine Grundschule gebaut. Inzwischen arbeiten die ältesten Söhne der Familie dort mit als Lehrer. Das ist eine ganz goldige, schöne Atmosphäre dort. Und wir bauen gerade eine Secondary School mit ihnen. Denn die staatlichen weiterführenden Schulen sind schlecht. Und wir möchten nachhaltig arbeiten, wir möchten, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung bekommen und später ihr eigenes Auskommen haben. 

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Es gibt noch ein drittes Projekt.

Ja, das richtet sich an behinderte Kinder in Moduli. Behinderte Kinder werden in diesem Land noch häufig versteckt, gelten als verhext. Wir klären auf und organisieren je nach Bedarf Gehhilfen oder Rollstühle. Wir lassen Brandwunden versorgen oder sorgen dafür, dass zum Beispiel ein Bein begradigt werden kann. 

Wie kann man Sie unterstützten?

Durch Patenschaften für Kinder zum Beispiel. Stallgemeinschaften oder Vereine können aber zum Beispiel auch einmalig die Patenschaft für einen Rollstuhl übernehmen, so ein Rollstuhl kostet in Afrika 250, 300 Euro. Aktuell brauchen wir Schulmöbel für die weiterführende Schule, die gerade im Bau ist. 

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Bis Sonntag, 14.08.2016, gibt es alle Uta-Gräf-Filme 10 Prozent günstiger!

Für jeden verkauften Film spendet pferdia tv wiederum 10 Prozent an >Reiter für Afrika<.

Mitmachen lohnt sich also für ganz viele Menschen!

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Uta Gräf finanziert das Projekt auch mit, nicht wahr?

Ja, Uta Gräf und ihr Mann Stefan Schneider haben auch je ein Patenkind und fördern die Projekte auch darüber hinaus schon seit vielen Jahren. Uns ist wichtig, dass wir jeden Euro in die Projekte stecken. Wir haben keine Verwaltungskosten, weil jeder Flug, alle Kosten, die wir haben, werden von uns drei Gründungsmitgliedern getragen. Jede Briefmarke und jeder Flyer wird von uns privat getragen, so dass jeder gespendete Euro in die Projekte fließt. 

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Seit wann engagieren Sie sich?

Vor zehn Jahren dachte ich, ich möchte mal etwas wirklich Sinnvolles machen. Für drei Monate habe ich mich in meinem Beruf freistellen lassen und bin mit einer kirchlichen Organisation nach Tansania gefahren, um Aufbauhilfe zu leisten. Ich fand die Arbeit dort so wichtig, aber es fehlte an allen Ecken und Enden. Man könnte so tolle Sachen machen, mit ein bisschen mehr Geld! Das war der Startschuss für das Projekt „Partnerschaft für Afrika“, die Dachorgansiation über 'Reiter für Afrika'. 

Was möchten Sie erreichen, wieweit soll das Projekt in zehn Jahren entwickelt sein?

Mein Motto ist sehr afrikanisch: „Machen, was geht!“ Wir müssen nicht zwingend wachsen und eine riesige Organisation werden. Wichtig ist mir, dass wir individuell helfen und hautnah. Natürlich würde ich auch lieber 300 behinderte Kinder unterstützen statt 20.

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Welche Erfolge machen Ihnen Mut, das Projekt voran zu treiben?

Wir machen das für 300, 400 Leute, solche Projekte müsste es viel häufiger geben. Aus unseren Slumkindern werden IT-Experten, Lehrer, Mechaniker und Elektriker! Das sind dieselben Jugendliche, die wir vor ein paar Jahren zum ersten Mal in vesifften Wellblechhütten getroffen haben. Völlig heruntergekommen, sie schauten uns aus glasigen Augen an. Als ich damals fragte: ‚Wann hast Du zuletzt etwas gegessen?’ Kam so eine Antwort wie ‚Ja vielleicht am Dienstag, Porridge.’ Die wussten vor Lauter Hunger nicht, wohin sie sollten. Für diese Leute ist das so eine Offenbarung, jetzt für ihr eigenes Auskommen sorgen zu können. 

Es ist sehr sinnstiftend, richtig?

Durch Essen, Bücher und Bildung durchbricht man den Kreislauf zur Anfälligkeit für Prostitution und Kriminalität. Wer keine Eltern mehr hat, dem bleibt nur Betteln, Klauen oder Prostitution, und irgendwann ist diese Generation auch wieder HIV-positiv. Wir können durch unsere Hilfe den Kreislauf durchbrechen! Außerdem ist das aktive Fluchtprävention. Man muss in den Ländern den Leuten eine Perspektive geben.