15 Minuten Fitness für Dich zaubern ein besser gehendes Pferd

Der Effekt ist verblüffend: Du sitzt aufrechter, Deine Schultern arbeiten besser, Du bekommst ruhigere Hände & das Pferd läuft einfach besser. All das kann passieren, wenn Du Reiterfitness in Deinen Alltag einbaust. Wir zeigen Dir Übungen, mit denen Du heute noch loslegen kannst! 

So langsam spricht es sich nämlich unter den Reitern um: Wer außerhalb des Reitens etwas für seine Fitness tut, hat es so viel leichter im Sattel! Du machst schneller Fortschritte im Sattel, wenn Du Deine Balance, Deine Beweglichkeit und Deine Muskulatur trainierst.

Wir haben auf wehorse genau dazu etwas ganz Neues für Dich, nämlich die Serie „Fit wie Hoy“ mit Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy. Aus dieser neuen Fitnessserie stellen wir Dir heute drei Übungen vor. Ganz vielen Reitern helfen zudem die Übungen von Sportpädagoge Eckart Meyners. Du findest viel Lehrmaterial bei wehorse zu seiner Bewegungslehre. Wir haben mit Sibylle Wiemer, die nach Eckart Meyners unterrichtet,  auch eine Übung ausgesucht, die Du super einfach beim Schrittreiten machen kannst.

Probiere mal in der kommenden Woche aus, einige dieser Übungen in Deine Stallroutine einzubauen und berichte uns, was sich reiterlich dadurch verändert hat! Das kannst Du zum Beispiel gern in unserer facebook-Gruppe machen.

Warum Cross-Fit Reiter besser macht

Einen messbaren Effekt erzielst Du, wenn Du zwei Mal die Woche 15-20 Minuten die Übungen aus unseren Fit-wie-hoy-Filmen ausführst! Die international erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy hat am eigenen Leib festgestellt, wie sehr dies der eigenen Reiterei weiterhilft. Sie arbeitet mit Cross-Fit-Übungen, da diese besonders helfen, wenn eine Körperhälfte besser trainiert ist als die andere. Denn auch wir Menschen haben eine natürliche Schiefe, nicht nur die Pferde. Durch diese Cross-Fit-Übungen konnte Bettina Hoy selbst viel effektiver und schneller im Sattel agieren. Auch bei ihren Schülern stellte sie fest, dass Cross-Fit hilft, damit der Schüler die richtigen Muskeln ansteuern kann.

Da der innere Schweinehund ja leider manchmal laut ist: Alles, was man tut, hilft schon mal ein bisschen! Auch wenn es nur ein paar Minuten Aufwärmen vor dem Reiten sind. Das kann etwas ganz einfaches sein, zum Beispiel ein Hampelmann. Wer den 30 Mal springt, geht schon mal aufgewärmter ans Pferd oder aber in seine Gymnastikeinheit.

 

Übung 1: Shoulder Dislocates

Diese Übung hilft, um die Schulter beweglich zu bekommen und zu mobilisieren. Und nur wer die Schulterpartie gut locker hat, kann mit feiner Hand im Sattel agieren und aufrecht sitzen. Du brauchst dafür einen Stiel, da tut es zum Beispiel ein Besen oder eine Heugabel. Denk’ bei der Übung daran, sie nicht zu schnell auszuführen, es soll angenehm bleiben! Stelle Deine Füße etwas auseinander, ungefähr schulterbreit (hilfreich dazu ist das Bild oben im Artikel). Nun mit den Händen den Stiel quer greifen, dabei greifen die Hände von oben auf die Stange. Die Hände recht weit auseinander greifen lassen. Dann den Besen hinter den Rücken führen, über den Kopf führen und nach vorn. Bettina Hoy macht das auch schon mal vor dem Reiten mit einer Gerte, und merkt schon dabei, dass sie danach aufrechter im Sattel sitzt. Wiederhole es mehrfach in einer flüssigen Bewegung. In unserem Film gibt es noch zwei weitere effektive Übungen mit dem Besenstil!

Übung 2: Mobility 

Das Sprunggelenk, Kniegelenk und Hüftgelenk wird auf die Belastung durchs Reiten vorbereitet. Dafür musst Du einen guten Untergrund haben, eine Pferdedecke auf dem Stallboden tut es aber auch (wie in unserem Foto oben). Du startest im Knien, die Hände sind aufgestützt. Nun bringst Du ein Bein nach vorn, so dass ein Fuß genau vor dem anderen Knie liegt. Dann rutschst Du mit dem aufgestützten Knie etwas nach hinten und drückst dabei die Hüfte nach unten, bis Du eine Dehnung spürst. Nun halten. Für eine Dehnung der Sehnen und Bänder muss die Position länger gehalten werden! Nicht nur 10 Sekunden, sondern für mindestens eine Minute halten. Innerhalb dieser Zeit die Hüfte nach unten schieben, so wie es möglich ist. Wem das zu einfach ist: Den Fuß weiter nach vorn schieben, im Extremfall sogar bis zur Kopfhöhe. „Das dehnt super auf“ erklärt Bettina Hoy in unserem Film, während sie die Übung ausführt. "Ich merke megagut, wie meine Hüfte sich öffnet, was ich brauche, um im absoluten Gleichgewicht zu sitzen.“ Jede Übung wird effektiver durch kleine Varianten – das erklärt zum Beispiel Eckart Meyners, der Papst wenn es um Reiterfitness geht, auch immer wieder. Daher werden auch in unserem Lehrfilmen mit Bettina Hoy weitere Varianten einer Übung gezeigt.

Übung 3: Leg swings

Diese Übung kannst Du an der Boxentür machen! Halte Dich mit einer Hand auf Hüfthöhe irgendwo fest (zum Beispiel an einer Boxentür). Dann schwingst Du das rechte Bein gestreckt vor das andere, so weit wie es geht! Dann bitte die Beine wechseln. Wie weit das Bein genau schwingen soll, siehst Du hier bei Minute 3:33 im ersten Cross-Fit-Film der Serie "Fit wie Hoy".

 

Wassereimer als Trainingshilfe

Für alle Übungen in unserer Fitness-Serie gibt es übrigens Ideen, wie man die Übungen direkt im Stall machen kann! Zum Beispiel lernst Du, mit welcher Körperhaltung Du Gewichte hebst, um Deinen Rücken und Körper zu kräftigen. Am Stall kannst Du das dann mit Wassereimern üben. Bettina Hoy zeigt Dir, worauf Du dabei achten musst, um das rückengesund umzusetzen (und ohne dabei nass zu werden!).

Übung 4: Beim Schrittreiten warm werden

 

Diese Übung von Sibylle Wiemer ist super einfach und sehr effektiv. Also: Du sitzt im Schritt im Sattel, die Bügel sind übergeschlagen. Dann schwingst Du ein Bein aus der Hüfte heraus nach hinten. Also das ganze Bein, nicht nur den Unterschenkel. Das bewegt Deine tiefe Lendenmuskulatur. Es verhilft Dir dazu, einen größeren Bewegungsradius zu bekommen, die Beckenmuskulatur bewegt sich und der Hüftbeuger wird gestreckt. Stell Dir vor, für einen kurzen Moment mit dem Bein hinter das Sattelblatt zu kommen. Lass es nicht da liegen, sondern bleib in Bewegung. Du schwingst wechselseitig das rechte und linke Bein nach hinten (Vorsicht bei Pferden, die das nicht kennen! Im Zweifel lass’ Dich führen, während Du die Übung ausführst.). „Meist können Reiter ein Bein schlechter bewegen kann als das andere“, sagt Sibylle Wiemer (das macht unsere eigene Schiefe, daher ist Cross-Fit auch so eine gute Idee).

Den birnenförmigen Muskel ansprechen

„Außerdem tut es irgendwann am Po weh – ein Muskel beschwert sich da, das ist der Piriformes, der birnenförmige Muskel“, erklärt die Ausbilderin. Diesen Muskel sollte man nicht zu sehr reizen, wenn der sich entzündet, drückt er auf den Ischias. Also kleine Pausen dabei einlegen und nicht zuviel auf einmal wollen. „Dieser Muskel quakt halt, weil die Menschen im Becken nicht locker genug sind für Reiterei“, sagt Sibylle Wiemer. Sie selbst macht die Übung auch stets vor dem Reiten. „Mein Minimal-Aufwärmprogramm sind der Hopserlauf und dieses Beine schwingen vor dem Reiten“, sagt sie. Denn das wäre ihr nicht nur das Reiten, sondern vor allem auch der Partner Pferd wert: „Wir reden von Liebe zum Pferd und muten den Pferden zu, dass wir da mit fester Muskulatur draufhocken!“

Das kann man ja anders machen – also, wann beginnst Du damit, Sport vor dem Reiten zu machen? Heute? 

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