Ein Rezept, damit so gut wie alles im Sattel plötzlich klappt

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Erfolg kommt um die Ecke, wenn man ihn gar nicht erwartet - so geht mir das zumindestens oft. 

Eine Runde Dankbarkeit zum Wochenanfang!

Das Rezept ist sehr simpel - und doch für vielbeschäftigte Menschen schwer zu realisieren: Muße beim Pferd. Gerade habe ich das noch mal so richtig intensiv erleben dürfen. An diesem Wochenende hatte ich eine für mich sehr seltene Situation: Ich hatte drei Stunden Zeit nur für mich und ein Pferd. Sowas, was man als Teenager vermeintlich täglich hat (also ich hatte das), aber als Erwachsener mit Job und Kind und weiteren Pferde- und Tierverpflichtungen ist das für mich ein wahnsinniger Luxus.

Also habe ich mal in Ruhe die Herde besucht. In Ruhe geputzt. Zwischendurch noch einen Kaffee und sogar ein Stück Kuchen auf der Stallgasse verputzt. Nett geplauscht währenddessen. Dann gemütlich mit Arbeit an der Hand begonnen. Dann geritten. Mich so, so, so gefreut, wie fein dieses Pferd geworden ist inzwischen. Das ich vor knapp einem Jahr begann zu reiten, und das solch immense Fortschritte macht. Vor allem darin, wie es sich anfühlt. Von steife-lange Badewanne zu „Oh, was willst Du? Och prima, ein Schulterherein, mach ich doch, jetzt Schenkelweichen, okay, kein Problem! Und jetzt dritter Hufschlag, Tritte verlängern – gern! Wieder zurückkommen, kein Ding!“ Das ist so wunderbar und so schön! Es läuft. 

Dann noch Futter fürs Pferd vorbereiten, auch noch nach dem Reiten striegeln, das Sattelzeug gründlich putzen, und dann mit einem sehr glücklichen Bauchgefühl nach Hause fahren. Denn das war gefühlt die beste Reiteinheit im vergangenen halben Jahr mindestens. 

Kein 'Du musst' oder 'Ich sollte'

Ich kann Euch so eine freie Zeit ohne „Du musst noch soundsoviele Pferde heute machen!“ oder konkreten Trainingszielen wie „Heute aber dann noch mal einfache Wechsel üben, wird Zeit!“ nur wärmstens empfehlen.

Denn so merkt man noch mal, wie dankbar wir Menschen eigentlich sein können. Dass wir mit diesen Tieren sein dürfen. Wie wunderbar großzügig Pferde sind, und wie schön es ist, wenn man mal reiterliche Geschenke in den Schoß gelegt bekommt. Natürlich sind die zuvor erarbeitet. Und das zumindest in meinem Fall durchaus mit Engagement, ein Naturtalent bin ich nicht. Das, was geht, ist zustande gekommen mit Unterricht, mit Kursen, mit Aufs und Abs. Mit dranbleiben und weitermachen. Mit Gefühl fürs Pferd, natürlich. Mit der richtigen Wellenlänge. Aber manchmal merkt man gar nicht, wo die Fortschritte denn geblieben sind. Weil man so normal von Tag zu Tag weiter zieht.  So richtig erspüren, was schon geht - das funktioniert oft am besten, wenn man noch gar nichts erwartet. Wenn man mal diese Muße hat - ist es wirklich herrlich!

 

Also: Diese Woche mal Freizeit beim Pferd einplanen!