Was jedem täglich hilft – eine Übung von Anja Beran

Anja-Beran-Reitunterricht

In diesem Monat stelle ich Euch Menschen vor, die in meinem ADVENTSKALENDER FÜR PFERDEMENSCHEN zu sehen sind. Anja Beran gehört auch dazu, und warum, erfahrt Ihr genau hier. 

Anja Beran ist jemand, der mich in letzter Zeit enorm inspiriert hat. Deshalb ist sie auch im Adventskalender für Pferdemenschen mit einem wunderbaren Bild zu sehen. Mit einem Warmblüter, wohlgemerkt! (Es soll ja Leute geben, die darauf hinweisen, dass klassisches Reiten mit Iberern ja weitaus einfacher wäre – deshalb finde ich wichtig, das zu erwähnen. Und ja, natürlich fallen Iberern andere Lektionen leichter als Warmblütern. Aber gute Arbeit ist und bleibt gute Arbeit, ob man die nun mit einem Tinker, einem Vollblüter oder einem P.R.E. absolviert).

Anja Berans Arbeit habe ich auf einem pferdia-Dreh über mehrere Tage genau live ansehen können. Besonders eine Sache hat mich dabei überrascht: Das Übertreten lassen. Fast bei jedem Pferd im Schritt, zu Arbeitsbeginn, fragt die Ausbilderin das ab. Und zwar häufig nach diesem Muster: Übertreten lassen von einer Hand, sagen wir mal rechter Hand, auf einem kleinen Kreisbogen, voltengroß ungefähr, um den Ausbilder herum. Daraus Anhalten. Dann rückwärtsrichten lassen. Dann weiter im Übertreten, aber auf der anderen Hand, also in diesem Beispiel wäre es die linke Hand. Das Ganze dann mehrfach im Wechsel. Natürlich gibt es das auch in pferdia-Filmen zu sehen, ich habe Euch einige Stellen herausgesucht: Hier sieht man das ab Minute 6:24 schon recht flüssigwie das anfangs aussehen kann, sieht man hier ab Minute 7 und noch ausführlicher hierhttp://pferdia.de/de/videos/show/372/malakil-teil-2-grunderziehung-und-seitengaenge-an-der-hand-anja-beran.html

Meine Kombi: Erst Hopserlauf, dann Übertreten

Dieses Muster habe ich mit nach Hause genommen, und in das tägliche Aufwärmprogramm eingebunden. Ich finde es wichtig, lange im Schritt zu reiten, zehn, besser im Winter sogar 20 Minuten. Aber ich finde es unendlich langweilig, einfach nur geradeaus zu reiten! Deshalb wärme ich meistens an der Hand auf. Erste Runde einfach miteinander gehen im Gleichschritt, zweite Runde Hopserlauf für mich als Mensch, dritte Runde Hopserlauf wenn ich gut drauf bin. Dann beginne ich mit der Arbeit an der Hand, mache erst etwas auf geraden Linien, und gehe dann relativ früh ins Übertreten und frage danach auch Seitengänge auf anderen Linien ab.

Und dieser Übungsablauf da von Anja Beran ist sehr effektiv. Die Pferde beginnen zu kauen, den Kiefer zu mobilisieren, was ein Zeichen dafür ist, dass sich auch weitere Gelenke mobilisieren. Sie beginnen, den Brustkorb zu heben, in einer guten Rückenhaltung zu arbeiten. Gleichzeitig lernen sie ihren Körper besser kennen, lernen, ihn in die verschiedensten Richtungen zu verschieben. Das war der Schlüssel für die vom Gebäude her sehr lange, und anfangs recht steife Warmblutstute, die ich reite. Und es hat bei meinem Pony geholfen, dass sie beginnt, den Brustkorb zu heben.

Die beste Hilfe im vergangenen Jahr

Es ist eine so kleine Übung, die so viel Gutes bewirkt. Wer ein wenig fit ist in der Arbeit an der Hand kann sie wunderbar in die tägliche Einheit integrieren. Wenn ich pauschalisieren sollte, was ja fast immer Quatsch ist in Punkto Reiterei, dann würde ich sagen: Das war die Übung, die mir im letzten Jahr vor allem geholfen hat, meine Pferde zu verbessern.

Wenn Du Dir einen Film hier auf der pferdia-Plattform ansehen solltest, nur einen einzigen, dann würde ich Dir diesen hier von Anja Beran empfehlen: Die Blickschulung. Warum, das habe ich hier im Magazin aufgeschrieben.