Tellington TTouch für Turnierreiter

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Wie funktioniert die Methode nach Linda Tellington Jones?

Vor dem Turnier fokussiert sein und die Aufregung im Zaum halten: Dabei kann die Tellington-TTouch-Methode wunderbar helfen! Wir zeigen Dir zwei ganz einfache Übungen, die Dir und Deinem Pferd vor dem Turnier gute Dienste leisten. Damit ihr zeigen könnt, was Ihr gelernt habt!

Diese Übungen kannst Du sogar am Anhänger oder im Stallzelt machen. Wichtig ist aber, dass Du Dich wohl und unbeobachtet fühlst. Damit es auf dem Turnier seine Wirkung zeigt, integriere diese Techniken zuvor in Deinen Stallalltag. Das geht wirklich einfach und unkompliziert. Mache es Dir zum Beispiel zur Gewohnheit, vor dem Trensen den Ohren-TTouch zu nutzen.

Wenn das daheim ganz normal geworden ist, wird es auch auf dem Turnier seine Wirkung haben. Genauso wie bei allen reiterlichen Sachen! Für Deinen eigenen Fokus hat Linda Tellington-Jones ebenso Handgriffe entwickelt, die Dich zentrieren und Dir gut tun. Damit sie in einer aufgeregten Situation gut helfen, mache Dich zuvor damit vertraut.

Der Ohren-TTouch für Dein Pferd

„Der Ohren-TTouch ist super, weil man darüber den ganzen Körper beeinflusst“, erklärt Gudrun Braun, die unser Filmprojekt mit Linda Tellington-Jones betreut hat. Sie ist eine langjährige Vertraute von Linda Tellington-Jones und kennt sich hervorragend mit allen TTouches aus. Um die Ohrbasis, also die Stelle, wo das Ohr am Kopf befestigt ist, verläuft der sogenannte Dreifache-Erwärmer-Meridian. Er zieht sich von dort aus weiter hinunter, am Hals entlang bis zu den Hufen. „Daher wirkt der Ohren-TTouch auf ganz viele Bereiche im Körper, auf das Gangwerk zum Beispiel genauso wie auf die Atmung.“ Mehr über Meridiane, die Energieströme, wie sie die chinesische Medizin versteht und nutzt, findest Du übrigens bei unseren Akupressur-Lehrfilmen mit Dr. Ina Gösmeyer.

Je nachdem, mit welcher Geschwindigkeit und mit welchem Druck er ausgeübt wird, wirkt der Ohren-TTouch anregend oder beruhigend. „Je langsamer und sanfter, desto beruhigender“, erklärt Gudrun Braun. „Möchte ich das Pferd vor dem Reiten wach machen, kann ich ihn auch anregend nutzen, indem die Ohren ein bisschen schneller ausgestrichen werden.“

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Und so geht’s:

Das Pferd soll zuvor gelernt haben, den Kopf zu senken (dafür gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel auch Clickern, wie Du es hier bei Nina Steigerwald lernen kannst). Das Kopfsenken ist zum einen praktisch für den am Pferdekopf arbeitenden Menschen, zum anderen wird durch die tiefe Kopf-Halshaltung der Parasympathikus aktiviert, der Bereich des vegetativen Nervensystems, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist.

Für den Ohren-TTouch stellt sich Linda Tellington-Jones frontal vor das Pferd. Sie achtet darauf, selbst locker zu stehen und die Knie nicht ganz durchzudrücken. Dann greift sie mit der dem jeweiligen Ohr gegenüber liegenden Hand das entsprechende Ohr, mit der anderen Hand hält sie das Halfter. Sie streicht das Ohr dann von der Basis zur Spitze aus. Dabei gleiten ihre Finger sanft über die Ohren. Die Handbewegung wird immer vom Kopf aus in Richtung Ohrspitze ausgeführt.

Eine weitere Möglichkeit: Das Ohr ausschütteln. „Das Ohr wird von 15 Muskeln bewegt“, erklärt Linda Tellington-Jones im pferdia-Film, der bald für alle Abonnenten abrufbar ist (jetzt schon findest Du hier Filme von Linda Tellington-Jones). Diese Muskeln entspannt Linda Tellington-Jones, indem sie das Ohr seitlich greift und es sanft vibrierend ausschüttelt.

Darauf solltest Du achten

Dauer der Ohren-TTouches: Je nach Gefühl.

Achtung: Das Pferd nicht überfallen, sondern vorsichtig beginnen.

Fehler: Wenn das Pferd sich gar nicht an den Ohren berühren lassen möchte, rät Linda Tellington-Jones dazu, das Pferd Stückchen für Stückchen an die Berührung zu gewöhnen. Das ist besser, als die Berührung des Ohres ganz zu vermeiden! Wie sie das genau macht, wird bald auf pferdia in einer Fallstudie mit einer Ponystute, die zuerst gar keine Berührungen am Ohr mochte, zu sehen sein. Nach und nach stellen wir nämlich in diesem Jahr Filme zu allen TTouches, die Linda Tellington-Jones entwickelt hat, auf pferdia ein.

Dieser TTouch hat schon Leben gerettet!

Übrigens hat Linda Tellington-Jones diesen TTouch erfunden, als ihre eigene Stute eine schlimme Kolik hatte. „Linda hat diesen TTouch intuitiv gemacht, weil die Stute eiskalte Ohren hatte", erzählt Gudrun Braun. „Dadurch wurden die Ohren wieder warm und nach einer Weile konnte die Stute endlich äppeln.“ Inzwischen ist der TTouch etabliert und seine gute Wirkung ist in zahlreichen Fällen bestätigt worden.

Deine Konzentrationshilfe

Diese Übung für Menschen hat einen wunderbaren Namen: Herzensumarmung heißt sie. Sie ist ideal, um sich selbst zu beruhigen, zu konzentrieren und nicht ängstlich zu sein.

So geht's: Setz Dich bequem hin und lege die Hände übereinander auf Dein Brustbein. Die Handinnenflächen zeigen zu Dir hin. Probiere aus, ob sich für Dich die untere Hand besser auf dem Brustbein anfühlt, wenn sie leicht gewölbt und offen darauf gelegt wird, oder aber leicht geschlossen, so wie eine lockere Faust, gehalten wird. Egal, welche Variante Du wählst, die zweite Hand legst Du einfach auf die erste auf.

Jetzt stellst Du Dir vor, dass Du das Ziffernblatt einer Uhr auf dem Brustbein liegen hast. Unten ist die Zahl 6, oben die Zahl 12. Nun bewegst Du die beiden Hände gemeinsam in sachten, kleinen kreisförmigen Bewegungen. So, also ob Du von der Zahl 6 zur 9, zur 12 und wieder über die 3 zur 6 und dann bis zur 9 auf dem Ziffernblatt gleiten würdest. Die Bewegung soll gleichmäßig sein, kreisförmig und ein- und einviertel Mal ausgeführt werden.

Das limbische System erreichen

Nach einem solchen Rundlauf bewusst ein- und ausatmen. Dabei lächeln! Das ist wichtig, um die Ausschüttung vom Glückshormon Serotonin zu aktivieren. Wer offen dafür ist, kann in das Lächeln und Atmen noch Gedanken einfließen lassen, die Dankbarkeit formulieren. Das stärkt die Wirkung, erklärt Linda Tellington-Jones. Dann das Kreisen wiederholen.

Damit diese Übung Dir hilft und Du Dich darauf einlassen kannst, suche Dir bewusst einen Ort aus, an dem Du Dich nicht beobachtet fühlst. Die Übung zielt auf das limbische System, das für die Verarbeitung unserer Emotionen zuständig ist. Die Herzensumarmung kann Dir helfen, Ängste zu verlieren und ruhig und fokussiert zu sein. Eine ideale kurze Meditation für alle, die die Nerven behalten wollen!