Insidertipps für das CHIO in Aachen

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Ganz bald beginnt das große Reitturnier in Aachen, der CHIO. Sind es noch zwei Wochen? Gefühlt für einen Aachener, und das bin ich, ist es übermorgen. Denn die ganze Stadt ist schon (nach der Tour de France, die soeben hier übers Pflaster sauste) geschmückt. Das Turnier ist ein großes Ding hier, auch für Nicht-Reiterleute. In meiner Familie reden die Menschen seit Generationen darüber, und besuchen es eben auch seit Generationen. In meinem Text über Hans Günter Winkler habe ich Euch davon erzählt. 

Für alle, die aus der Ferne anreisen, sind hier ein paar Insider-Tipps fürs Turnier und für Aachen an sich. Ach so, und: die wichtigsten Vokabeln für Nicht-Aachener: Das Turnier nennen die Leute hier „SCHIO“. Das Stadtgebiet, in dem das Turnier stattfindet, heißt Soers, und daher spreicht man auch davon „in die Soers“ zu fahren, wenn man das Turniergelände meint. Da ist es übrigens ziemlich hässlich, es liegt an einem Gewerbegebiet, Fußballstadion links, Eishalle davor, Schuhcenter gegenüber. Ein Abstecher in die Innenstadt ist aber nur 10 Minuten entfernt – und die ist sehr hübsch! Da vorbei zu schauen, lohnt sich!  

DAS TURNIER

  1. Zeit für die Abreiteplätze einplanen – denn genau da ist es für alle, die sich für die Reitlehre interessieren, am spannendsten! Vor allem nicht direkt vor Prüfungen, sondern ein paar Stunden, einen halben Tag zuvor.

  2. Die Abendveranstaltung Pferd & Sinfonie schlägt in den letzten Jahren eine ziemlich gelungene Brücke zwischen Turniersport und Horsemanship-Dingen im weitesten Sinn. Sinfonie heißt es, weil das Orchester des Stadttheaters live spielt. Neben der Hop Top Show ein echter Garant dafür, ziemlich spannende Pferdeleute gemeinsam zu sehen, hier habe ich Euch davon genauer erzählt. Total schön: Es ist abends, und hat so eine perfekte Sommerabendstimmung (es sei denn, es regnet in Strömen, und das kommt hier oft vor! Immer Regensachen einpacken!)

  3. Kein Geheimtipp, aber die Highlights des Turniers sind: Die Grand Prix Kür im Dressurstadion und bei den Springreitern der Große Preis von Aachen im Springstadion. Wunderwunderschön: Gucken und Flanieren auf der Geländestrecke! Das ist auch noch nicht so überfüllt, das hat noch was von einem Geheimtipp.

  4. Einkaufsmeile: Es gibt tatsächlich so einige Aachener, die nur zum Einkaufen zum Turnier fahren. Von Reitsachen über Mode, Kinderboutiquen bis zu Schuhen gibt es eine ansehliche Ladenmeile, die ganz schön verführerisch ist.

  5. Mit weißen Taschentüchern winken die Aachener allen Reitern zum Schluss Lebewohl. Das Ganze ist ein ziemlicher Akt, denn mit berittenen Fahnenträgern wird jede Nation verabschiedet. Die Reiter bekommen schusssichere brave Pferde, mit denen sie ebenfalls diese gigantische Ehrenrunde drehen können. 
Alizée-Froment-CHIO-Aachen

DIE STADT

  1. Die Innenstadt nicht verpassen! Die Aachener lieben ihr Turnier – und das sieht man vor allem in der Innenstadt, hier sind die Schaufenster seit langem mit Sätteln, Pferdeköpfen, Stangen und Strohballen gestaltet. Vom Turnier aus fährt man am besten mit dem Bus (nicht zu verfehlen, direkt vor dem Turniereingang) in die Stadt hinein, das dauert nur wenige Minuten.
  2. Stadtkern, beste Route, um schnell ein Gefühl für Aachen zu bekommen: Lauft vom Rathaus herunter über den Katschhof zum Dom, und macht dann noch mal einen Schlenker zum Hof. „Der Hof“, das ist übrigens der vielleicht schönste Ort, um in der Innenstadt einen guten Café in der Sonne zu trinken. Auf den Treppenstufen oder am Tisch. Wer das Aachener Studentenleben sehen will, sollte etwas weiter vom Rathaus aus in die Pontstrasse laufen. Von Spanisch über Japanisch gibt's da alles Mögliche, kulinarisch, und alles sehr erschwinglich.                                 
  3. Noch eine Aachener Sage: Im Türknauf zum Dom hat der Teufel seinen Daumen stecken lassen. Man kann ihn noch fühlen, wer sich traut, testet das mal!                                        
  4. Kuchen? Van den Daele am Büschel verkauft belgische Kuchen. Eine super Adresse, und gegenüber steht eine Sagengestalt aus Aachen: Der Bahkauv, so etwas wie ein Drache, der früher nachts den Betrunkenen auf die Schulter gesprungen sein soll.                            
  5. Wer übernachtet und etwas Gutes zum Frühstücken sucht: Ab nach Burtscheid! Ein sehr gemütlicher Stadtteil mit Kopfsteinpflastern und kulinarisch hoher Dichte: Bei Lammerskötter frühstücken, und dann später bei Degustino die besten Antipasti der Stadt genießen.