Rauf auf’s Stoppelfeld – mit guten Trainingsideen!

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Es geht los, juchu! Mit das Beste am August sind die Ritte auf den Stoppelfeldern. Vielerorts wurde schon geerntet, manchmal liegt das Stroh noch auf, und an manchen Orten kann man schon Gas geben. 

So schön wie ein Galopp auf dem Feld auch ist, klüger ist es, das gut vorzubereiten und auch einfach mal die Trainingseinheit dorthin zu verlegen. Hier kommen Tipps, die helfen, damit das Stoppelfeld-Erlebnis eine rundum gute Sache wird. Generell profitieren Pferd und Reiter sehr von dieser ungewohnten Trainingsumgebung:

Das Galoppieren auf dem Stoppelfeld fördert beim Pferd:

  • Die Motivation generell
  • Trittsicherheit auf verschiedenen Böden
  • Neues sehen und sich dabei wohlfühlen
  • Die langen Linien helfen beim Üben vom Vergrößern und Verkleinern von Galoppsprüngen, beim Verstärken des Trabes und beim Üben des Zurücknehmens ebenso.

Das Galoppieren auf dem Stoppelfeld fördert beim Reiter:

  • Gefühl und Sitz: Geradeaus Galoppieren ist positiv fürs Rhythmusgefühl und den leichten Sitz.
  • Die Erfahrung: Es gibt Sicherheit auch in anderen nicht alltäglichen Situationen.

Vorher bitte prüfen:

1. Ist das Pferd beim Ausreiten generell in allen Gangarten an den Hilfen? Wenn ja: Alles klar! Wenn nein, dann kommt jetzt leider die Spaßbremse: Das ist die Voraussetzung, um in allen Gangarten sicher auf dem Stoppelfeld unterwegs zu sein. Denn die Weite und freie Sicht verleitet viele Pferde dazu, schneller zu werden oder zu buckeln. Damit dieses Bedürfnis nicht zum Problem wird, muss die Grundausbildung im Gelände schon vorhanden sein! 

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2. Für genug Bewegung an den Tagen zuvor sorgen. Es ist beispielsweise unklug, einen Stoppelfeld-Ritt nach zwei Stehtagen inklusive Boxenruhe zu planen. Meint: Das Pferd sollte zuvor zufrieden und ausgelastet sein. Es sollte Gelegenheit gehabt haben, seinem Bewegungsdrang auch ohne Sattel und Mensch nachzugeben.

3. Den Landwirt fragen, ob man auf dem abgemähten Feld reiten darf!

4. Die Strecke, auf der schneller geritten werden soll, zunächst im Schritt abreiten. Dabei nach Löchern im Boden schauen - diese können gefährlich werden, wenn das Pferd in eines hinein tritt, könnte es stolpern! Wühlmäuse und Kaninchen können aus einem traumhaft ausschauenden Stoppelfeld eine unsichere Matte gestaltet haben, auf der ein Pferd leicht in ein Loch treten kann. Wer ein Loch entdeckt, sucht sich eine andere Bahn. In den Fahrspur-Rillen gibt es meist weniger Löcher. Ganz wichtig: Gibt es überall Löcher, ist der Boden davon durchzogen, dann ist dieses Feld nicht zum Reiten geeignet!

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Ingrid Klimkes Tipps fürs Dressurreiten auf dem Stoppelfeld:

In der pferdiathek finden sich zwei Lehrfilme von Ingrid Klimke zum Thema Gymnastizieren auf dem Stoppelfeld. Diese sind sehr unterschiedlich und daher sehr gut für verschiedene Pferdetypen bzw. Probelmatiken. Im Film mit Soma Bay ist eine nahezu ideale Trainingseinheit mit dem Themenschwerpunkt, Gangarten verstärken und zurückführen zu sehen. Im Film mit Königssee geht es darum, dem Übermut entgegen zu wirken und eine Arbeitsatmosphäre herzustellen, die ein gutes Training ermöglicht. 

So sehen die Eckpfeiler und wichtigsten Punkte der Trainingseinheit mit Soma Bay aus: 

  • reichlich Schritt reiten
  • dann lösende, dehnende Arbeit
  • das lange Geradeaus der gemähten Bahnen nutzen
  • Zügel aus der Hand kauen lassen, darauf achten, dass die Zügel nicht springen, Anlehnung bestehen lassen dabei
  • Galopp im Entlastungssitz, ruhig, Dehnungsbereitschaft des Pferdes soll zu erkennen sein und das zeigt Soma Bay hier ganz besonders schön
  • Klug den Weg einteilen: In der Furche galoppieren.
  • Beim Durchparieren nachfühlen: Ist die Hilfengebung zum Durchparieren schon nur aus dem Sitz möglich? Oder ist die Hand noch notwendig?
  • Auf gleichmäßigen Rhythmus achten!
  • Galopp verstärken und zurückführen: Ideal hier!

Beim letzten Punkt achtet Ingrid Klimke darauf, die Galoppsprünge langsam zu entwickeln! Sie formuliert die Idee, an das "groß galoppieren" zu denken, das als Gedanke vor Augen zu haben. Häufig betont sie, mit der inneren Hand überstreichen, um zu prüfen, ob das Pferd sich trägt. Viel Beachtung schenkt sie dem geraden auffußen - Soma Bay soll in sich gerade bleiben. „Ist gar nicht so einfach, so lange schnurgerade zu galoppieren!“, sagt die Reitmeisterin selbst. Soma Bay wird im Galopp gern ein wenig breit, nimmt die Hüfte hinein. Helfen kann, an Schultervor zu denken, erklärt Ingrid Klimke, wenn der innere Hinterfuß die Tendenz hat, nach innen zu drängeln.

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Übermut kontrollieren

Wie Ingrid Klimke mit einem Pferd, das recht übermütig auf dem Stoppelfeld unterwegs ist, umgeht, sieht man auf diesem Video mit dem jungen Hengst Königssee. Zeigt das Pferd beim Angaloppieren Übermut, wie hier Königssee (ab ungefähr Minute 4), dann ignoriert Ingrid Klimke das, indem sie einfach immer wieder die Galopphilfe gibt, bis das Pferd ohne zu buckeln und auf der korrekten Hand einspringt. Sie intensiviert die Stellung vorab, und lässt den Hengst nur wenige Galoppsprünge am Stück galoppieren, pariert also früher wieder durch. „Es ist schön, wenn er fröhlich ist und gern hier draußen arbeitet, aber er soll sich nicht aufschaukeln.“ Achtung: Ganz genau unterscheiden, wann das Pferd den Kopf nach unten zieht, um im nächsten Moment davon zu stürmen, doer wann es ein echtes Dehnen anbietet!

  • Übertreten lassen, um die Aufmerksamkeit herzustellen
  • Darauf achten, in welche Richtung das Pferd an vorwärtsdrang gewinnt (wo liegt Zuhause?)
  • Ignorieren der Reiterhilfe nicht tolerieren! Ingrid Klimke reitet eine ganze Parade, wenn der Hengst sie beispielsweise im Trab beim Zurücknehmen ignoriert und wird da auch energisch.
  • Übergänge vom Schritt zum Trab zum Schritt helfen dabei, die Konzentration auf den Reiter wieder herzustellen – gleichzeitig helfen sie, dass das Pferd mehr Last mit der Hinterhand aufnimmt.
  • Nachgeben und loben, sobald das Pferd leicht, weich und durchlässig wird! 

War ein hilfreicher Gedanke für den nächsten Ritt auf dem Stoppelfeld dabei? Wir hoffen doch sehr! 

 

Viel Spaß auf den Feldern!