Buch: Tuuli Tietzes ‚Reiten mit inneren Bildern‘

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Dies ist Tuuli Tietzes erstes Buch – und es macht etwas, das kaum ein Pferdefachbuch bisher tat. Achtung, nicht in die Irre führen lassen. Denn auch wenn „Reiten mit inneren Bildern“ auf dem Buch steht :  Das ist nicht sein Alleinstellungsmerkmal. Ja, Tuuli Tietze hat sehr gute Ideen, welche inneren Bilder eine Lektion besser machen. Doch dies bieten eine handvoll Konkurrenztitel auch an.

Wirklich besonders ist an diesem Buch: Es ist eine Anleitung zum Selbst-Coaching. In dieser Art ist es damit ein Unikat auf dem Markt der Reiter-Fachliteratur. Es erklärt, wie der Reiter sich selbst Schritt für Schritt selbst coacht und aufbaut. Tuuli Tietze verspricht, dass sich dadurch eine mentale Stärke aufbaut, die sich in Leistung wiederspiegelt. 

Lektionen-in-Gedanken-nachreiten
Reiten-mit-inneren-Bildern

Das kommt keinesfalls aufgesetzt herüber: Der Tonfall des Buches ist aufbauend und kurzweilig -  zuweilen auch sehr überzeugt, fast amerikanisch. Hier ein Beispiel, bei dem es um den Trainingseffekt innerer Bilder geht, wenn Reiter Lektionen in Gedanken nachreiten: „Dank dieser Tatsache kannst du mithilfe innerer Zielfilme bahnbrechende Erfolge erreiche, wenn es darum geht, Lektionen zu erlernen, zu reiten und zu verfeinern!“ 

Dieses Buch ist jedoch keinesfalls kein Sammelsurium aus guten Gedankenfetzen, sondern Tuuli Tietze kombiniert Wissen aus Psychologie und Mentaltraining mit Reitausbildung, um ihren eigenen Leitfaden zu schreiben. 

Lektionen-lernen-durch-Mentales-Training
Lektionen-Lernen

Konkret wird der Leser im ersten Kapitel dazu aufgefordert, sich selbst seine eigene reiterliche Zukunft auszumalen. Er soll diese aufschreiben, dafür ist eine eigene Seite im Buch reserviert. Diese Traumvorstellung ist nun das Ziel, das der Leser anvisieren kann. Nun sollen Meilensteine und To-Do-Listen aufgesetzt werden, die dieses Ziel erreichbar machen. 

Es gibt auch konkrete Hausaufgaben: zum Beispiel, ein Beweis-Journal anzulegen, um darin alles zu notieren, das im Training gut geklappt hat. 

Der Leser kommt also sofort, noch während des Lesens, ins Handeln. Das motiviert, und es passt gut zu Tuuli Tietzes beschriebenen Trainingsprinzipien. Sie versteht nicht nur etwas von der Lernpsychologie des Menschen, sondern auch des Pferdes: So erklärt sie beispielsweise, wie die ersten Versuche eines Pferdes, eine Aufgabe richtig zu lösen, sofort bestärkt werden sollen. 

Ein großer Teil des Buches widmet sich dann den inneren Bildern spezifisch für den Sitz und für bestimmte Lektionen. Hier geht ist das Spektrum von E bis M äußerst weit gefasst. Ein Beispiel, das helfen soll, Schlangenlinien und andere gebogene Linien besser zu reiten: „Stell dir vor dein Körper ist mit dem deines Pferdes verbunden: Dein Unterkörper und seine Hinterhand, dein Oberkörper und seine Vorhand stehen im Einklang mit einander. Indem du deine Körperhälften gezielt parallel oder gedreht ausrichtest, positionierst du die deines Pferdes.“

positive-Gedanken-beim-Reiten

Das allerschönste Gedankenbild verrät sie aber schon im Vorwort, und das macht wirklich Lust auf's Reiten nach Tuuli Tietzes Ideen: 

"Stell dir vor, du bräuchtest nur an eine Traversale zu denken und würdest dich ganz automatisch erhaben im Sattel aufrichten wie eine Königin, dein Pferd wie eine Banane um deinen inneren Schenkel wickeln und es wie einen Gummiball vorwärts-seitwärts abschnellen lassen - und dein Pferd würde leichtfüßig seitwärts tanzen, wie von Zauberhand geführt."

 

>>> Ein ideales Buch für Selbstlerner-Typen und für Reiter, die einen Motivationsschub brauchen! 

Das Buch ist soeben im KOSMOS-Verlag erschienen. Es kostet 29,99 Euro. Alle Fotos von Markus Schendzielorz / SMARTreiten. Mit freundlicher Genehmigung vom KOSMOS-Verlag entnommen aus „Reiten mit inneren Bildern".

* = Diese Rezension ist mit Unterstützung des KOSMOS-Verlags entstanden.