Was man von Britta Schöffmann lernen kann

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Das mit Britta Schöffmann und mir ist eine ziemlich lange Fernbeziehung. Wir kennen uns schon sehr lange, wie das kam, erfahrt Ihr gleich. Mal arbeiteten wir dicht an dicht, mal hörten wir jahrelang nichts voneinander. Fakt ist: Jeder Reiter, egal ob Turnier- oder Freizeitreiter, kann sich von ihrem offenen Herzen für alle Tiere und für alle Pferderassen eine Scheibe abschneiden.

Besonders ans Herz legen möchte ich deshalb auch noch mal dieses Interview  mit Dr. Britta Schöffmann . Weil ich ihre Einstellungen, was rassenübergreifenden Unterricht betrifft und Pflichtgefühl gegenüber ihren eigenen Pferden, vorbildlich finde (sie verbindet Ehrgeiz und Familiensinn und deshalb bleiben ihre Pferde bis ins Rentneralter). 

Wer sie in der pferdiathek oder im Fachbuch-Regal noch nicht entdeckt hat (geht das???): Britta ist eine der bekanntesten Fachbuch-Autorinnen in der Reitszene. Zugleich bildet sie Reiter und Pferde aus und ist selbst bis Grand Prix erfolgreich geritten.

Als ich sie kennenlernte, war ich Studentin und machte in meinen Semesterferien erst ein Praktikum bei der Süddeutschen Zeitung in München und direkt im Anschluss bei der Reiter Revue international. Sie war damals stellvertretende Chefin bei der Reiter Revue, und ich hatte einen Hang zu seltsamer Kleidung (Sari-Röcke in der Redaktion – hust. Weil es mir damals so unglaublich wichtig war, auf gar keinen Fall spießig auszusehen. Danke heute noch dafür, dass alle Kollegen damals wirklich nur auf die Leistung geschaut haben…öhm.)

Meine ersten Erinnerungen an sie und diese Zeit sind:

  • ein Hochhaus in Düsseldorf, Aufzugfahren in den 11. Stock (da war damals die Redaktion der Reiter Revue, bevor sie auf einen Bauernhof zog, dann nach Rheinland-Pfalz und danach nach Münster, wo sie heute noch sind)
  • Britta (damals noch Frau Dr. Schöffmann für mich), kommt bei mir im Praktikanten-Büro vorbei. Huch. Denn: Ich lümmele da am Schreibtisch mit zwei hochgezogenen Knien im Stuhl und denk nur: „Oh weia, super Eindruck Jeannette“. Ihr Kommentar: „Hach, so wie Sie sitze ich auch immer!“
  • denn Psst, diesen Insider darf ich verraten: Britta sitzt damals wie heute gern beim Arbeiten im  Schneidersitz und mit nackten Füßen (!!) auf ihrem Bürostuhl. Wenn ich heute auf ihrem facebook-Profil etwas über ihren Kreativsessel lese, hab ich gleich das Bild vor Augen: Britta, wie sie da rumlümmelt. Macht sie nämlich wirklich!
  • ein Reiter-Revue-Cover, auf dem Britta Schöffmann als Braut im Kleid mit bauschigem Rock von ihrem Mann getragen wird (das hing im Flur der Redaktion und war wohl ein Geschenk der Kollegen zur Hochzeit – das Heft ist, nehme ich an, so nie im Handel gewesen)
  • einer meiner ersten Aufträge für die Reiter Revue war: Eine Liste von Ausbildern abtelefonieren, und fragen, wie die ihre Pferde longieren. Mit Hilfszügel, ohne, bei welchen Gelegenheiten, wann macht es Sinn. Ich gab das Ding ab (und war damals natürlich aufgeregt, wenn man so als Redaktionspraktikantin etwas liefert). Ihr trockener Kommentar dazu: „Na da kann ich ja was mit anfangen, danke!“ Das war ein Lob. Und der Start in meinen neuen Semesterferienjob, die ich von da an immer schreibend in der Redaktion verbrachte.

Heute sehen wir uns auf Turnieren oder Veranstaltungen wie der Equitana, klicken „gefällt mir“ für unsere jeweiligen Haustiere und machen gern mal beruflich die ein oder andere Sache zusammen. Ein absolutes Highlight war ein seitenfüllender Text in der Welt am Sonntag, der vor den Europameisterschaften 2015 dort erschien. Ich habe ihn geschrieben, Britta Schöffmann war eine der zitierten Experten, gemeinsam mit Ausbilder Jan Nivelle. Wenn man diesen Text nach all den Verwicklungen der EM noch mal liest, bin ich echt ein klein wenig stolz. Später ist er mit einer Nominierung zum Medienpreis ‚Das silberne Pferd’ geehrt worden, dieser Text. Da hatten wir den absolut richtigen Riecher und Fokus.