#wehorsewednesday | Die ganze Parade

#wehorsewednesday - heutiges Thema: Die ganze Parade

Die ganze Parade führt immer zum Halten. Das Anhalten ist eine Lektion, die man scheinbar gleich zu Beginn lernt. Egal ob man blutiger Reitanfänger ist, ob man ein junges Pferd das erste Mal reitet oder Halsringreiten ausprobiert, anhalten sollte man aus jeder Situation können.

Nun gibt es aber einen großen Unterschied zwischen "einfach anhalten" und "eine korrekte ganze Parade reiten". Einfach an beiden Zügeln ziehen, dann hält das Pferd schon an. Das mag in manchen Situationen klappen, in vielen aber auch nicht. Egal, ob das Pferd durchgeht oder du es aus einer normalen Trainingssituation heraus anhalten möchtest: Du benötigst immer auch Gewicht- und Schenkelhilfen und es geht immer darum, wie durchlässig dein Pferd ist und wie gehorsam es auf deine Hilfen reagiert. Ziele sind eine prompte Reaktion auf die Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen, ein Untertreten mit den Hinterbeinen unter den Schwerpunkt, ein daraus resultierendes Aufwölben des Rückens und ein ruhiges, ausbalanciertes und geschlossenes Stehenbleiben.


Von der halben zur ganzen Parade

Um eine korrekte ganze Parade reiten zu lernen, solltest du erst einmal die halben Paraden verstehen und richtig ausführen können. Jede ganze Parade bereitest du mit halben Paraden vor. Zwei entscheidende Aspekte für eine erfolgreiche halbe und auch ganze Parade:

  1. Die richtige Reihenfolge deiner Hilfen: Kreuz - Bein - Hand.
  2. Die Unabhängigkeit deiner Hände gegenüber des restlichen Körpers.
  3. Das gefühlvolle Stehenlassen der Hand, das kein durchgängiges Ziehen werden darf.

Unser Video "Die gelungene Parade Teil 1: Technik und Gefühl" hilft dir, die wichtigsten Grundlagen für eine gelungene Parade zu verinnerlichen. Zusammen mit der Olympiasiegerin Ingrid Klimke, ihrem Mentor Major a. D. Paul Stecken und der bekannten Physiotherapeutin Helle Katrine Kleven erklärt und zeigt dir Reinhart Koblitz die genauen Zusammenhänge und den korrekten Ablauf der Hilfengebung beim Reiten einer Parade.

Schau dir unbedingt die vorbildliche Parade von Ingrid Klimke ab Minute 02:06 an, sowie die treffende Erklärung von Paul Stecken im Anschluss ab Minute 02:42!
Hier kommst du direkt zum Video.

Im Video "So lernen Pferde Reiterhilfen, Teil 4: Konsequenzen fürs Reiten – Reitersitz" zeigt und erklärt dir Dr. Britta Schöffmann ab Minute 09:40, was passiert, wenn du bei der ganzen Parade zu viel mit der Hand einwirkst. Unbedingt beim Reiten beherzigen!
Hier geht es direkt zu Teil 4.


Die ganze Parade im Training üben

Wenn du die Technik und die Reihenfolge der Hilfen verinnerlicht hast, ist der nächste Schritt, die ganze Parade in das eigene Training zu integrieren. Die richtige praktische Umsetzung der ganzen Parade und wie du nach und nach das Gefühl für eine gelungene Parade entwickelst, wird dir im zweiten Teil von „Die gelungene Parade“ mit Reinhart Koblitz gezeigt. Im Video siehst du anhand von Beispielreitern genau, wie du mit Hilfe der halben und ganzen Parade harmonische Übergänge und Tempo-Unterschiede reiten kannst und deine Hilfengebung koordinierst. Das richtige Timing der Hilfen in Verbindung mit dem richtigen Reitersitz steht dabei im Fokus.
Hier geht es zu Teil 2.

Abgestumpft?!

Die Feinheit und Weichheit der halben und ganzen Parade sollte das Ziel eines jeden Reiters sein. Alle Lektionen bauen auf halben Paraden auf und das Pferd wird nur durchlässig genug für eine korrekte ganze Parade, wenn es die Hilfen der halben Parade fein annimmt.

Funktioniert nicht? Das Pferd reagiert kaum, macht sich im Rücken fest oder lehnt sich auf den Zügel?
Was du machen kannst, wenn du ein abgestumpftes Pferd wieder mit feinen Hilfen vertraut machen möchtest, erklärt dir unser "Frag Ingrid"-Beitrag "#33 Frage an Ingrid Klimke: Wie pariere ich weicher durch?". Ihre Videobotschaft gibt dir gute Tipps, um die halbe und ganze Parade Step-by-Step aufzubauen und die Feinheit der Hilfen wieder herzustellen.
Hier kommmst du direkt zum Blogbeitrag.


Geschlossenes Stehen

Das geschlossene Stehen bedeutet, dass das Pferd ausbalanciert und gleichmäßig auf allen vier Füßen steht und Vorder- und Hinterbeine jeweils parallel nebeneinander positioniert sind. Die Hinterbeine treten dabei unter den Schwerpunkt und "schließen" das Pferd von hinten nach vorne.
Geschlossen zu stehen, muss jedes Pferd erst erlernen. Die richtige und vor allem konsequente Korrektur im richtigen Moment ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Dr. Reiner Klimke erklärt dir im Video "Dressur im Detail Teil 3: Durchlässigkeit & ganze Paraden verbessern" anhand von Zeitlupenaufnahmen die Korrekturmöglichkeiten und wie du sie vom Sattel aus anwendest. Lass dir von der Dressurlegende zeigen und erklären, welche Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen du bei einer ganzen Parade geben musst und wie du aus einem „Ziehen“ ein richtiges „Annehmen“ machen kannst.
Hier kommst du zum Video.

Vorbereitung an der Hand

Mit dem Achal Tekkiner Degni Shael zeigt Anja Beran dir in diesem wehorse-Video, wie du das geschlossene und ruhige Stehen an der Hand üben kannst. Der Vorteil: Dein Pferd ist mit der Aufgabe schon vertraut, bevor du die Hilfen vom Sattel aus gibst und du bekommst wichtige Ruhe in die Arbeit und in das Halten.
Direkt zum Video: "Degni Shael Teil 2: Handarbeit in der klassischen Grundausbildung"


Wie kannst du als Reiter für halbe und ganze Paraden trainieren?

  • Kannst du dein Kreuz gezielt anspannen?
  • Kannst du deine Beine aus der Hüfte heraus im Sattel bewegen, um die richtige Schenkellage zu finden?
  • Kannst du bewusst darauf achten, mit den Knien niemals zu klemmen?
  • Kannst du mit deinen Händen unabhängig von der Hand präzise einwirken?

Eine korrekte Hilfengebung kann man trainieren! In ihrem Reiterfitnessprogramm "Fit wie Hoy" zeigt dir Vielseitigkeitsstar Bettina Hoy speziell auf Reiter zugeschnittene Fitnessübungen, die deinen Sitz und deine Einwirkung nachhaltig positiv beeinflussen.
In "Fit wie Hoy Teil 3: Übungen für gelungene Paraden" bekommst du vier wertvolle Übungen, die genau die Fähigkeiten trainieren, die du für die halbe und ganze Parade benötigst.
Starte jetzt und warte nicht darauf, dass es von alleine besser wird! Trainiere nicht nur dein Pferd, sondern auch dich - dein Pferd wird es dir danken.

Hier kommst du zum Warm-up aus Teil 1.
Hier geht es direkt zu Teil 3 mit den Übungen für gelungene Paraden.


Der lange Weg lohnt sich: Pure Harmonie durch gute Paraden

Dass es einfach ist, gute und richtige halbe und ganze Paraden zu geben, hat nie jemand behauptet. Es kann viele Wochen, Monate oder Jahre lang, viele Pferde lang dauern, bis man "den Dreh raus hat", das richtige Gefühl entwickelt und das Timing der korrekten Hilfen wirklich beherrscht. Warum sich die Mühe lohnt? Na, weil gelungene Paraden dein ganzes Reiten beeinflussen! Das harmonische "Tanzen" mit dem Pferd, bei dem die Hilfen unsichtbar scheinen und man meint, nur über Gedanken mit dem Pferd kommunizieren zu können, das durchlässig, losgelassen und in Selbsthaltung durch das Viereck schwebt, basiert nicht zuletzt auf richtigen Paraden.

Das war ganz schön viel Input und du brauchst eine Motivation? Dann schau dir den Auftritt von Alizée Froment an: Nur mit Halsring schafft sie es, mit ihrem "Mistral" über feinste Hilfen zu kommunizieren und ihn im Finale problemlos aus dem vollen Galopp mit einer korrekten ganzen Parade zum Stehen zu bringen. Unbedingt reinschauen!
Hier geht es zum Video "Mit dem Pferd eins sein: Motivierendes Dressurtraining & Halsringreiten".
(Auftritt ab Minute 31:00)

Viel Spaß beim Anschauen, Üben und Besserwerden!