Wie vererbt sich WFFS?

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

"Wir haben auf WFFS getestet!“ liest man jetzt immer häufiger bei Hengsthaltern, zum Glück! Diese Genkrankheit kann nämlich dazu führen, dass Fohlen nicht lebensfähig geboren werden. Warmblood fragile foal syndrome heißt sie ausführlich. Als erstes Landgestüt veröffentlichte auch Neustadt/Dosse sehr vorbildlich die Testergebnisse der eigenen Hengste. Wie sich die Genkrankheit vererbt, ist für viele Züchter und Reiter noch nicht klar. Hier also die einfachste Erklärung der Vererbung für WFFS! Die allerkürzeste Erklärung lautet: Nur wenn ein WFFS-Träger mit einem WFFS-Träger angepaart wird, gibt es eine 25 % Wahrscheinlichkeit, dass das Fohlen betroffen ist, sich dadurch seine Haut vom Körper löst und es getötet werden muss. Heilung gibt es nämlich nicht. Wer es genauer wissen möchte, liest weiter!

Kann mein Pferd WFFS vererben?

Grundsätzlich hat jedes Individuum zwei alternative Versionen eines Gens in seinem Körper. Eins davon hat es von der Mutter, eins vom Vater. Welches sich ausprägt, hängt mit dem Erbgang zusammen. Im Fall von WFFS lauten die möglichen Kombinationen, die im Pferd genetisch vorliegen: a) N/N Bedeutet: Das Pferd hat keine Anlage zu WFFS und kann daher auch keine Anlage zu WFFS weitergeben. So ein Pferd nennt man Nicht-Träger. b) WFFS/N Bedeutet: Das Pferd hat eine Anlage zu WFFS, kann diese weitergeben, ist selbst aber nicht beeinträchtigt, man spricht von einem WFFS-Träger. Solche Pferde sind voll belastbar und in keiner Weise krank. Ihr eigener Wert ist nicht gemindert. Sie haben eben nur den Genstatus des Trägers. Das Pferd selbst ist nicht beeinträchtigt, weil es ein rezessiver Erbgang ist. Das bedeutet: Die nicht-erwünschte Eigenschaft vererbt sich nicht dominant, sondern wird von der ursprünglichen, gesunden Variante quasi überdeckt. c) WFFS/WFFS Das ist die Katastrophe: Der Nachwuchs hat die Anlage von beiden Eltern geerbt, ist nicht lebensfähig, die Haut löst sich vom Körper. Diese Version findet nicht unter erwachsenen Pferden. Aber es ist wichtig, diese Konstellation durch kluge Anpaarungsentscheidungen zu vermeiden.

Wer sich mit wem wie vererbt

Ein Zuchtpferd gibt eine Version von den oben genannten weiter, wenn es sich vererbt. Pferd a) kann nur N weitergeben, eine andere Variante besitzt es nämlich nicht. Demnach werden alle Nachkommen, egal mit welchem Partner, nicht gesundheitlich beeinträchtigt sein. Es wird nur äußerlich gesunde, voll einsatzfähige Nachkommen hervorbringen! Pferd a) kann mit einem Partner wie Pferd b) jedoch Nachkommen hervorbringen, die denselben genetischen Status haben wir Pferd b), also Träger. Wie das funktioniert, steht weiter unten. Pferd b) kann entweder sein N weitergeben oder sein WFFS. Die Chance dafür ist 50:50. Wenn Pferd a) mit Pferd b) angepaart wird, und beide geben ihr N weiter, erhält man einen Nichtträger. Wenn Pferd a) mit Pferd b) angepaart wird, und Pferd b) gibt seine Trägerschaft, WFFS, weiter, erhält man ein Fohlen mit dem Trägerstatus N/WFFS.

Auf keinen Fall: Träger mal Träger anpaaren!

Pferd b) sollte niemals mit einem Pferd, das ebenso einen Pferd b) Status hat, also Träger ist, angepaart werden! Ansonsten könnte es zur tödlichen Kombination WFFS/WFFS kommen. Nur mit einem Partner wie Pferd a) ist sicher, dass es keine beeinträchtigten Nachkommen hat. Pferd c) kann sich nicht fortpflanzen, da es kein Alter erreichen kann, in dem Fortpflanzung möglich ist. WFFS vererbt sich rezessiv, das bedeutet, dass es nicht in Erscheinung tritt, wenn die zweite Genversion im Körper N ist. Es tritt nur in Erscheinung, wenn von beiden Eltern die Veranlagung zu WFFS weitergegeben wird. Und dann ist, wie bekannt, das Fohlen nicht lebensfähig.

War Donnerhall WFFS-Träger?

Welche aktuellen Anpaarungsfälle es gibt, ob Donnerhall Träger war und weshalb Vollgeschwister einen komplett unterschiedlichen WFFS-Status haben können, ist hier auf meinem Blog www.alifewithhorses.de nachzulesen. Sehr kluge Ratschläge an Züchter hat die Entdeckerin des WFFS-Gens, Nena Winand, uns hier im Interview auf wehorse gegeben. Sie erklärt, warum wir nicht auf Träger in der Zucht verzichten sollten. Lesenswert!
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