Winterrezepte

Pferdekopf-im-Detail

Motivation für das Wochenende 

Noch 65 Tage bis zum Frühlingsanfang. Ganz schön lange? Ach was, hier kommen zwei Rezepte, die den Trainingsalltag sowas von auffrischen! 

Rezept 1: Vielfalt 

Nutze alle Möglichkeiten, das Training interessant zu halten. Werde kreativ: Gibt es bei Dir einen Berg, der toll zum im Schritt hochklettern ist? Das macht Muskeln! Bist Du schon mal ein Stück eines Hügels rückwärts hoch geritten? Das ist Rückenmuskulatur-Training pur. Traust Du Dich nicht? Versuch’s dann erst mal an der Hand. Sei auch innerhalb der Arbeitsphasen vielseitig, spule nicht täglich das gleiche Programm ab. Wenn Du neue Ideen brauchst, hole Dir Inspiration aus der pferdiathek und notiere, was Du daheim mit Deinen Vorkenntnissen und Gegebenheiten umsezten kannst. Ein paar Vorschläge: 

- schau Dir unsere Hangbahn-Trainingsideen an. So wurden früher viele Pferde fit trainiert,  das schult die Balance des Pferdes und es werden viele Muskeln angesprochen. Der komplette Lehrfilm ist HIER zu haben. 

- Ingrid Klimkes Trainingsideen auf dem Stoppelfeld lassen sich jetzt im Winter zum Beispiel ganz toll auf verschneiten Weiden umsetzen, wenn der Untergrund fest, rutschfrei und nicht buckelig gefroren ist.

-  Jessica von Bredow-Werndl und Benjamin Werndl planen selbstverständlich auch Spaziergänge, Ausritte und Springgymnastik ins Training mit ein. Wie für sie ein vielseitiger und damit ganzheitlicher Ansatz aussieht, das vermitteln sie in ihren Lehrfilmen in der pferdiathek.

Ganz ähnlich arbeitet übrigens die Dressurreiterin Laura Tomlinson (früher Bechtolsheimer) in England. Die Pferde der dreifachen Silber-Gewinnerin von Kentucky kommen zwei Mal pro Tag raus. Neben der Arbeit im Dressurviereck gehen sie auf die Galoppbahn, in den Aquatrainer, werden im Schritt spazieren geritten, traben über Cavalettis und werden an der Doppellonge gearbeitet. 

Naja, die kommen ja nicht auf die Wiese, denkst Du? Stimmt nicht, Auslauf gibt’s für die Aktiven in Paddocks, die Oldies leben im Offenstall. Übrigens gönnt sie sich selbst auch Abwechslung – und hat nur zum eigenen Spaß, ohne größere Turnierambitionen, ein Vielseitigkeitspferd, mit dem sie in kleineren Prüfungen startet. 

Rezept 2: der ultimative Geheimtipp 

So simpel es klingt: Wer ein zufriedenes Pferd will, muss gut und fair reiten. Zum Thema Abwechslung im Pferdealltag sagt Dr. Wilfried Bechtolsheimer, der Vater und Co-Trainer von Laura Tomlinson, der auch Dressurrichter ist, Carl Hester ausgebildet hat und selbst bis in die höchste Klasse reitet: 

„Die ganze Abwechslung im Trainingsplan hilft nicht, wenn die Pferde nicht gut geritten werden. Das bedeutet ungerecht, zu grob und mit zu wenig Lob.“ 

Ist das nicht DER Merksatz überhaupt? Ich finde, dieser Satz ist ein Faustschlag - Bäm! macht er, ist entlarvend und klug. Genau so. Keine Glitzerschabracke, kein ausgefuchster Trainingsplan, kein Yoga am Abend hilft, wenn das Reiten an sich unfair ist. Ein wegweisender Satz, auch für denjenigen, der sich sowieso Mühe gibt. Back to the basics.

Genieß das Wochenende! Viel Freude mit Deinem Pferd!