Worauf muss ich beim Pferdekauf achten?


Ein Pferdekauf ist immer eine spannende Angelegenheit, die jedoch auch gut überlegt sein will.
Wir verraten dir, worauf du beim Pferdekauf unbedingt achten solltest.

  • Welches Pferd ist das Richtige für mich? Was genau suche ich (Freizeitpartner/ Sportpferd)? Diese Fragen sollte sich jeder angehende Pferdebesitzer zunächst stellen bevor er sich überhaupt auf die Suche macht. Am besten schreibt man sich die Suchkriterien heraus und geht dann gezielt auf die Suche, sonst wird man schnell mit Angeboten überflutet.
  • Wo kaufe ich ein Pferd? Wenn man noch keinerlei Erfahrungen mit dem Pferdekauf hat, sucht man sich am besten Hilfe bei jemandem, der sich damit auskennt, z.B. den Trainer oder die Trainerin. Um dir einen Überblick zu verschaffen, ist es sinnvoll, Verkaufsportale für Pferde wie z.B. ehorses.de zu nutzen.
  • Wie seriös ist der Verkäufer? Die Antwort auf diese Frage herauszufinden, ist nicht immer einfach. Wichtig ist es hier, stets offene Ohren und Augen zu behalten. Man sollte sich folgende Fragen stellen: Ist der Preis für dieses Pferd angemessen? Wie viele Pferde verkauft der Verkäufer? In welchem Zustand sind die Pferde und wie werden sie gehalten? Ist der Verkäufer bekannt, wurde er dir vielleicht empfohlen?
  • „Drum prüfe wer sich ewig bindet…“. Es ist immer sinnvoll mehrere Pferde auszuprobieren und sich nicht gleich auf das erstbeste zu stürzen, um einen guten Vergleich zu haben.
  • Das potentielle Pferd sollte von einem gut ausgewählten Tierarzt gründlich geprüft werden (AKU= Ankaufsuntersuchung), um versteckten gesundheitlichen Mängeln vorzubeugen. Vorab kannst du festlegen, welchen Umfang die AKU haben soll. Je nach Regelung tragen du oder der Verkäufer die Kosten. Bei der AKU muss das Pferd zunächst identifiziert werden (anhand des Chips/ oder des Abzeichens und der Wirbel, falls kein Chip vorhanden). Im Anschluss werden zunächst Temperatur, Haut, Puls, Augen, Herz und Atmungssystem überprüft. Außerdem werden die Zähne durchgecheckt, die äußeren Geschlechtsorgane untersucht und auf Wunsch sogar Blut- und Harnproben genommen. Beim Bewegungsapparat werden die Gliedmaßen, die Hufe, Rücken und Hals mithilfe von Abtasten, Provokationsproben und Bewegungstests geprüft. Zusätzlich können auf Wunsch Röntgenbilder, Ultraschall oder Endoskopien durchgeführt werden. Beim Röntgen entscheidet man selbst welche Bereiche geröntgt und wie viele Bilder gemacht werden. Die Befunde werden im Anschluss in eine der vier verschiedenen Röntgenklassen eingestuft (Klasse 1= Idealzustand, Klasse 2 = Normzustand, Klasse 3 = Akzeptanzzustand, Klasse 4 = Risikozustand).
  • Die Kosten: Mit dem Pferdekauf allein ist es nicht getan. Laufende Kosten sollten vorher aufgestellt und durchgerechnet werden. Die monatlichen Kosten stellen sich zusammen aus:
  • Stallmiete
  • Hufschmied
  • Tierarzt
  • Ausbildungskosten (Pferd & Reiter)
  • Evtl. Zusatzfutter
  • Pflegemittel
  • Hinzu kommt die Ausrüstung des Pferdes. Diese setzt sich aus einmaligen Anschaffungskosten aber auch aus laufenden Kosten für die Instandhaltung und Aufbesserung zusammen. Z.B. sollte der Sattel regelmäßig vom Sattler geprüft werden.
  • Kaufvertrag und Papiere: Beim Kauf des Pferdes sollte darauf geachtet werden, dass ein rechtlich korrekter Kaufvertrag abgeschlossen wird. Dieser sollte auch alle zusätzlichen mündlichen Absprachen schriftlich festhalten. So sind beide Seiten gut abgesichert. Bei den Papieren wird es etwas komplizierter. Aus rechtlicher Sicht sollten sie jedoch nicht vernachlässigt werden. Zu den Papieren gehören:
  • Der Equidenpass (dient der Identifikation des Pferdes und ist immer mit dem Pferd zu führen).
  • Die Zuchtbescheinigung (enthält Informationen zur Abstammung und Leistung eines reinrassigen Zuchtpferdes).
  • Die Eigentumsurkunde (sie steht laut BGB dem Eigentümer eines Pferdes zu).