Gebisse & Reithalfter

Welche Gebisse und Reithalfter sind nach der aktuellen LPO in welchen Prüfungen erlaubt?
Damit du auf Turnier nicht mit verbotener Ausrüstung an den Start gehst, haben wir dir hier die erlaubten Gebisse und Reithalfter zusammengefasst.

Den meisten Reitern ist nicht klar, welche Gebisse und Reithalfter sie auf Turnieren verwenden dürfen. Wir klären dich auf:

Egal welches Gebiss oder welches Reithalter du verwenden willst, musst du dir immer eine Frage stellen:

Entspricht die Ausrüstung, die du verwenden willst, den Regeln der Reitlehre und den Grundsätzen der Unfallverhütung und des Tierschutzes? Ist die Ausrüstung ungeeignet, bei normaler Anwendung Verletzungen zu verursachen?

Wenn du eine dieser beiden Fragen mit NEIN beantworten kannst, dann ist deine Ausrüstung auf Turnieren definitiv nicht zugelassen und du solltest auch zuhause nicht damit reiten.

Wenn du beide Fragen mit JA beantworten kannst, dann ist für dich diese Tabelle entscheidend:

Gebisse

Quelle: LPO Leistungs-Prüfungs-Ordnung 2018, FN

Egal, welche Disziplin du reitest, die Gebissstärken (gemessen im Maulwinkel) sind immer gleich:

  • Ponys: 10 bis 18 mm
  • Pferde: 14 bis 21 mm
  • Unterlegtrense: 10 bis 16 mm, an der dünnsten Stelle mindestens 8 mm

Dressur

In Dressurprüfungen, die auf Trense geritten werden, sind grundsätzlich nur Wassertrensen, Olivenkopftrensen, Renn-(D-) Trensen und Schenkeltrensen ohne Stegbefestigung erlaubt. All diese Gebisse dürfen sowohl einfach, als auch doppelt gebrochen sein und eine Zungenwölbung haben. Außerdem ist das Verwenden von Gummischeiben erlaubt. Die Gebisse dürfen sich allerdings nicht arretieren lassen, d.h. sie dürfen nicht zur Stange werden, sobald sie unter Zug stehen. Die gleiche Regelung gilt auch für alle Eignungsprüfungen.

Für Dressur-Prüfungen, die auf Kandare geritten werden gilt: es muss sowohl mit Kandare, als auch mit Unterlegtrense geritten werden. Eine Kinnkette ist vorgeschrieben und das Verwenden einer Kinnkettenunterlage optional.

Springen

Beim Springen sind deutlich mehr Gebisse erlaubt, allerdings gibt es auch hier Einschränkungen:

In Springprüfungen der Klasse E sind Wassertrense, Olivenkopftrense, Renn-(D-) Trense und Schenkeltrense (mit und ohne Stegbefestigung) erlaubt. Zusätzlich dürfen alle Gebisse auch mit Gummischeiben verwendet werden.

Ab Springprüfungen der Klasse A bis Springprüfungen der Klasse M*, sowie in Springpferdeprüfungen der Klassen A-M ist zusätzlich zu den in der Klasse E erlaubten Gebissen das Reiten mit Pelham und mit Drei-Ringe-Gebiss erlaubt.

Ab Springprüfungen der Klasse M** darf mit beliebiger Zäumung mit Gebiss oder gebisslos, mit und ohne Reithalfter, geritten werden, sofern die beiden grundsätzlichen Fragen mit JA beantwortet werden können.

Reithalfter

Grundsätzlich sind nach der LPO vier Reithalfter erlaubt:

  • Hannoversches Reithalfter
  • Englisches Reithalfter
  • Kombiniertes Reithalfter
  • Mexikanisches Reithalfter

Bei der Verschnallung des Reithalfters ist zu beachten, dass es leicht anliegt und trotzdem weder die Atmung des Pferdes beeinträchtigt, noch die Maultätigkeit des Pferdes unterbinden.

In Dressurprüfungen, die auf Kandare geritten werden, ist das Englische Reithalfter das einzig erlaubte.

In Springprüfungen bis zur Klasse M* sind grundsätzlich alle vier Reithalfter erlaubt. Reitet man allerdings mit Pelham oder Drei-Ringe-Gebiss darf man nicht mit Hannoverschem Reithalfter Reiten.
Ab der Klasse M** darf die Zäumung – wie auch das Gebiss – frei gewählt werden, solange die beiden Fragen mit JA beantwortet werden können.


Welche Gebisse und Reithalfter du auf Turnieren verwenden darfst, kannst du ganz genau in der aktuellen LPO (gültig ab dem 1. Januar 2018) ab Seite 79 (§70 Ausrüstung der Reitpferde) nachlesen.